Samstag, 29. Januar 2022

Max Herrmann-Neiße: Lied

 


Max Herrmann-Neiße (1866  - 1941), aus: Sie und die Stadt, Lieder für Leni, S. Fischer Verlag, Berlin 1914

Das Bild ist von Moritz von Schwind (1804  -  1871)

 

Klarinetta Klaball: Ick bin in Tempelhof jeboren

 


Hugo Ball (1886-1927)

Unter dem Pseudonym Klarinetta Klaball erschienen 1914 gemeinsame Gedichte von Ball, Klabund (Alfred Henschke 1890  - 1928) und Marietta di Monaco (Maria Kirndörfer 1893  -  1981), der Freundin von Walter Serner. Die drei trugen auch im Münchner Simpl ein Gemeinschaftsgedicht auf, mit ähnlichem Titel:

 


Diese Texte werden von einigen als Vorgriff auf den Dada gewertet, Marietta von Monaco beteiligte sich 1916 auch an den Veranstaltungen im legendären Cabaret Voltaire in Zürch. Nach dieser Lesart wären „dadabei`n“ und „dadarauf“ die ersten Erwähnungen von Dada. Doch vielleicht war das doch nur einfach ein Ulk, was Dada in Zürich keineswegs sein wollte.

p. s.: Es gibt noch eine weitere Version:


 

Arthur Silbergleit: Das Lied

 


Arthur Silbergleit, aus: Die Aktion Nr. 8. 10. April 1911

Arthur Silbergleit, geboren am 26. Mai 1881 in Gleiwitz in Oberschlesien; wurde am 13. März 1943 in das  Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er noch im gleichen Monat starb. 

 "Silbergleit ist ein Dichter, der am Webstuhl der Natur sitzt, in dem Göttliches noch ursprünglich wirkt. Er kommt vom Religiösen her, alles in ihm, an ihm ist stark und tief von Gläubigkeit durchglüht. In seinen Werken verknüpfen sich Stoff und Idee, Welt und Geist, verbinden sich Wissenschaft und Dichtung. Arthur Silbergleit kann selbst in seinen weltlichen Werken nicht verleugnen, daß er ein Sproß seiner Litauischen Ahnen ist, die als Priester in den Zelten Israels heimisch waren."

 Max Tau (1897 - 1976), deutsch-norwegischer Schriftsteller.

Das Bild ist von der im Februar 2017 verstorbenen Fredelsloher Künstlerin Andrea Rausch, welche mir zu ihren Lebzeiten erlaubte, ihre Bilder in meinem Blog zu verwenden¸mit freundlicher Genehmigung der Hedi Kupfer Stiftung Fredelsloh als Nachlassverwalterin.

 

Rudolf Fuchs: Villa "Müde Ruh"

 


Rudolf Fuchs (1890–1942) Aus dem „Prager Tagblatt“, 46. Jahrgang, Nr. 272, 20.11.1921

 

In seinen „Erinnerungen an Franz Kafka“ (zu finden in: „Max Brod: Über Franz Kafka“ aus dem Jahr 1966) berichtete Fuchs über eine Zufallsbegegnung zwischen ihm und Franz Kafka. Fuchs schrieb dazu: „Dankbar erinnere ich mich an Folgendes: Ich begegnete ihm in der Herrengasse. Tags vorher war ein Gedicht von mir im ,Tagblatt‘ erschienen. Es hieß ,Villa Milde Ruh‘. Er lobte es. Mir selbst wollte es nicht mehr ganz so gefallen. Es war älteren Datums. Ich wagte einen Zweifel an der Aufrichtigkeit seines Lobes auszusprechen. Da zitierte Kafka das Gedicht auswendig.“

 

Seine bekanntesten Übersetzungsarbeiten dürften die Gedichte des mährisch-schlesischen Autors Petr Bezruč – mit bürgerlichem Namen Vladimír Vašek – sein, die 1916 unter dem Titel „Schlesische Lieder“ mit einem begeisterten Vorwort von Franz Werfel beim Leipziger Verlag Kurt Wolff erschienen sind.

Das Bild ist von Max Liebermann (1847  -  1936)

Richard Perls: In Villa Blanca

 


Richard Perls (1873 – 1898), der früh verstorbene Dichter gehörte zum George-Kreis. Aus: Blätter für die Kunst 1899

 Das Bild ist von Alexandre de Riquer (1865 – 1920)

 

Gertrud Kolmar: Meins

 


Gertrud Kolmar, aus: Mutter und Kind

Gertrud Kolmar (Pseudonym für Gertrud Käthe Chodziesner, geboren am 10. Dezember 1894 in Berlin; Anfang März 1943 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Leider war es ihr nicht gegeben ein „Meins“ zu bekommen.

Das Bild ist von Maurice Denis (1870 – 1943)

 

Emerenz Meier: Unverbesserlich

 


Emerenz Meier: Aus dem bayerischen Wald, Erzählungen und Gedichte, Königsberg 1898.

 

Emerenz Meier, geboren am 3. Oktober 1874 in Schiefweg, Niederbayern; gestorben am 28. Februar 1928 in Chicago) war eine deutsche Schriftstellerin. Neben Lena Christ gilt sie als die bedeutendste bayerische Volksdichterin.

 

Zu Ende des Jahrhunderts wanderte der Vater wegen der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Lage mit einigen Familienangehörigen in die USA aus. Im März 1906 folgte Emerenz Meier mit ihrer Mutter nach einem Intermezzo als Wirtin in Passau und Schriftstellerin in München dem ausgewanderten Vater und ihren Schwestern nach. Emerenz siedelte sich in Chicago im deutschen Viertel an. Der erhoffte persönliche wirtschaftliche Aufschwung stellte sich jedoch nicht ein. Im Jahr 1907 heiratete Emerenz Meier Josef Schmöller, der ein Landsmann aus dem Bayerischen Wald und ebenfalls ausgewandert war. Im Jahr 1908 kam ein Sohn zur Welt. Ihr Mann starb 1910 an Schwindsucht. Anfangs hielt Emerenz Meier noch Vorträge in deutschen Vereinen und verfasste Kurzgeschichten und Gedichte für deutschsprachige Zeitschriften, aber zu Wohlstand führte das nicht. In zweiter Ehe heiratete sie den Schweden John Lindgren.

Der Erste Weltkrieg verschärfte ihre Kritik an den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Europa und Amerika. Mit dem Kriegsausbruch riss der Kontakt in die frühere Heimat vorübergehend ab und wurde erst 1919 wieder aufgenommen. In Briefen an ihre Waldkirchner Freundin Auguste Unertl zeigten sich ihre Sympathien für den Kommunismus und ihre Abneigung gegen Kapitalismus und Kirche. Mit Geld und Sachspenden versuchte sie, die Not im Bayerischen Wald zu lindern, obwohl sie selbst nur wenig hatte. In der Zeit der Prohibition in den USA braute sie in Chicago Bier für ihre Landsleute und den eigenen Bedarf.

 

Emerenz Meier starb am 28. Februar 1928 in Chicago im Alter von 53 Jahren an den Folgen einer Nierenentzündung. (Quelle Wiki)

Das Bild zeigt sie 1925

Dolorosa, aus: Da sang die Fraue Troubadour

 


Dolorosa (Maria Eichhorn-Fischer, 1879 – 1930), aus: Da sang die Fraue Troubadour, Leipziger Verlag G.m.b.H., Leipzig 1905

Das Bild „Pierette“ ist von Umberto Brunelleschi (1879 – 1949)

 

Emmy Hennings: An Hugo geschickt

 


 

Emmy Hennings (1885 – 1948) Aus: Hugo Ball - Sein Leben in Briefen und Gedichten. Mit einem Vorwort von Hermann Hesse, S. Fischer Verlag Berlin 1930

Das Bild ist von dem Maler Albert Müller (1897 – 1926)

 

Joseph von Eichendorff: Mir träumt` . . .

 


Joseph von Eichendorff (1788  -  1857)

Das Bild ist von Ernest Biéler (1863  -  1948)

Renata Ullmann: Auschwitz Block 11 - In memoriam Maximilian Kolbe


 

Pater Maximilian Kolbe wurde Anfang 1941 nach Auschwitz deportiert – vor allem deshalb, weil er Juden und anderen Flüchtlingen verschiedener Herkunft Zuflucht gewährt hatte. Dort im Lager ging er im Sommer 1941 anstelle eines Mithäftlings freiwillig in den Hungerbunker. Als er nach 14 Tagen noch lebte, richtete man ihn durch eine Phenolspritze hin. Sein Leichnam wurde verbrannt. Im berüchtigten Block 11 in Auschwitz ist seine Zelle zu sehen.

Renata Ullmann: „Zu meiner Person: Ich bin 1948 geboren und freiberuflich noch immer tätig im Bereich Stimm- und Sprachtherapie.“ Ich danke herzlich für die Erlaubnis, das Gedicht in meinem Blog einzustellen.

Das Foto zeigt eine Kerze in der Todeszelle Maximilian Kolbes, ein Geschenk von Papst Johannes Paul II. (2004), Copyright siehe link:

Von Dnalor 01 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38064226 

Reinhard Sorge: Lied der Bettler

 


Reinhard Johannes Sorge, geboren am 29. Januar 1892 in Rixdorf, heute Berlin-Neukölln; gestorben („gefallen“) am  20. Juli 1916 in Ablaincourt, Département Somme) war ein deutscher Schriftsteller. Mit seinem Stück Der Bettler gilt er als Begründer des expressionistischen Dramas. Das Gedicht entstammt diesem Theaterstück.

Das Bild ist von Emilio Longoni (1859  -  1932)

 

Kurt Finkenstein: Altes Haus am Abend

 


Kurt Finkenstein, aus: Das Aktionsbuch, herausgegeben von Franz Pfemfert, Berlin-Wilmersdorf, 1917

Kurt Finkenstein wurde als Sohn eines deutschen Offiziers und einer polnischen Jüdin am 27.3.1893 in Straßburg geboren. Seine pazifistische Gesinnung und literarische Interessen führten ihn zur Mitarbeit an der Zeitschrift. "Die Aktion" (Hg. Franz Pfemfert). 1935 wurde er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Käte Westhoff verhaftet. Mehr als 27 Monate war er in Kasseler Gefängnissen in Untersuchungshaft; im November 1937 wurde er zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt. Käte Westhoff wurde nach ihrem Freispruch 1937 in das (Frauen-)KZ Moringen, von dort in das KZ Lichtenburg gebracht. In der Gefangenschaft erfuhr Finkenstein vom Tod seiner früheren Frau und seiner beiden Söhne, die als Soldaten in Russland ihr Leben ließen. Am letzten Tage der Verbüßung der Zuchthausstrafe wurde er von der Gestapo in Schutzhaft genommen und erneut nach Breitenau, später von dort nach Auschwitz deportiert, wo er am 29. Januar 1944 ums Leben kam. 

Das Bild „Alte Häuser in Lindau“ ist von Rudolf Wacker, ein österreichischer Maler, der am 25. Februar 1893 in Bregenz geboren wurde. Nach dem sogenannten Anschluss Österreichs 1938 geriet Wacker ins Visier der Nationalsozialisten, da ihm ein Naheverhältnis zum Kommunismus nachgesagt wurde. Unter anderem hatte er an Friedenskundgebungen teilgenommen und war offen gegen die Kulturpolitik der Nationalsozialisten aufgetreten. Wacker erlitt bei einer Hausdurchsuchung sowie bei einem Verhör der Gestapo zwei Herzinfarkte und starb bald darauf am 19. April 1939 in seinem Elternhaus in Bregenz.

 

 

 

Donnerstag, 27. Januar 2022

Sigmund Herzl: Die Lieder der Fleurette

 


Sigmund Herzl (Geboren in Wien am 26. 5. 1830, gestorben ebendort am 9. 2. 1889), Lyriker und Übersetzer.

Ludwig Fränkel in der Allgemeinen Deutschen Biographie über dien Dichter:

Herzl: Sigmund A. H., lyrischer Dichter unter den Pseudonymen Idnum, Franz Emil von Rudolf und besonders Alfred (nicht Adolf) Teniers, [267] wurde am 26. Mai 1830 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Adam H. in Wien geboren, den er noch vor dem Schulantritte verlor. Er besuchte die deutschen Volksschul- und Realclassen, übersiedelte jedoch am 25. October 1845 nach Ungarn. Für den Kaufmannsstand bestimmt, widmete er sich diesem mit Ernst und Eifer, hing dabei aber, wenn auch in größern Zwischenräumen litterarischen Neigungen nach. Nach mannichfachen Reisen und gründlichen Sprachstudien, vor allem im Französischen und Italienischen, brachte er es zu unabhängiger geschäftlicher Stellung im Bankfache. Zeitweise war er als einheimischer Beamter der Wiener französischen Botschaft unter dem Herzog von Gramont zugetheilt. Seit dem Jahre 1873 zog sich H. infolge nicht näher feststellbarer trauriger Ereignisse – hängen die 1874 veröffentlichten „Lieder eines Gefangenen“ intimer damit zusammen? – in die Einsamkeit zurück und beschäftigte sich, um sich herauszureißen, fast ausschließlich mit kaufmännischen Arbeiten. Im März 1886 erkrankte er schwer, suchte in Baden bei Wien und anderwärts Genesung und lebte nun, wo die alte Lust zur Poesie neu und bisweilen stark erwacht war, als Privatmann, vielfach kränkelnd, zu Wien, das überhaupt auch den größten Theil des Mannesalters sein Heimathsort gewesen. Hier endete das innerlich zerrissene, äußerlich ganz normale Dasein „des im Leben todunglücklichen Dichters“ am 9. Februar 1889.

Die „Allgemeine Deutsche Biographie“ ist ein biographisches Nachschlagewerk in zunächst 45 Bänden, das in den Jahren 1875 bis 1900 entstand. Die Nachträge ab Band 45 wurden 1900 bis 1910 erstellt. Die ADB enthält Biographien der wichtigsten Personen, die zu ihrer Zeit in deutschsprachigen Gebieten lebten.

Das Bild ist von Armand Point (1861 – 1932)

Hugo Salus: Ahnenlied

 


Hugo Salus, geboren am 3. August 1866 in Böhmisch-Leipa; gestorben am 4. Februar 1929 in Prag, Gynäkologe und deutschsprachiger Schriftsteller.

Das Bild ist von John Bauer (1882 – 1918)

Bruno Ertler: Frühe Tage

 


 

Bruno Ertler (1898 - 1927) Geboren am 29.01.1889 in Pernitz (Niederösterreich); gestorben am 10.12.1927 in Graz. Er studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Graz. Dort arbeitete er auch als Journalist, Redakteur und Schriftsteller. Ertler litt an einem unheilbaren Leberleiden, dem er schließlich erlag. aus: Eva Lilith - Gedichte von Bruno Ertler; Wiener Literarische Anstalt Wien Berlin 1919

Das Bild ist von Hilma af Klint (1862 - 1944)

Jakob Haringer: Einst im Frühling

 


Jakob Haringer (1889 - 1948)

 „Die Gedichte sind echtes Gewächs, keine lyrische Ware. Dreierlei gehört zur Kunst: einmal, daß einer etwas ist, – einmal, daß er zu sich gefunden hat, – einmal, daß er etwas kann. Das ist dreifache Gnade. Haringer schreibt, wie ihm zu Mut ist. Dabei wäre nichts. Aber er ist von Haus aus Lyriker und Könner. Und darum ist es alles. Selbst wenn die Gedichte zu einem Teil sich formal nicht schließen, als Einzelwesen schwer bestehen. Woran denke ich bei diesen Stücken? An Tübingen, Hölderlin, die Maler Spitzweg, an Richter, Blechen. Eine sehr deutsche Pflanze. Verschollener Typ eines vagierenden Poeten. Er schreibt von Kinos, Cafés, aber fühlt Rothenburg und Nürnberg…“

Alfred Döblin über Jakob Haringers Lyrik

Das Bild ist von Ferdinand Hodler (1853 - 1918)

Mittwoch, 26. Januar 2022

Rainer Maria Rilke: Die roten Rosen waren nie so rot. . .


Die roten Rosen waren nie so rot
Als an dem Abend, der umregnet war.
Ich dachte lange an dein sanftes Haar. . .
Die roten Rosen waren nie so rot.

Es dunkelten die Büsche nie so grün
Als an dem Abend in der Regenzeit.
Ich dachte lange an dein weiches Kleid. . .
Es dunkelten die Büsche nie so grün.

Die Birkenstämme standen nie so weiß
Als an dem Abend, der mit Regen sank;
Und deine Hände sah ich schön und schlank. . .
Die Birkenstämme standen nie so weiß.

Die Wasser spiegelten ein schwarzes Land
An jenem Abend, den ich regnen fand;
So hab ich mich in deinem Aug erkannt. . .
Die Wasser spiegelten ein schwarzes Land. . .

Rainer Maria Rilke, geboren am 4. Dezember 1875 in Prag, gestorben am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz.

Rainer Maria Rilke schrieb in seinem Tagebuch 1902: „Ich sagte, daß besonders eines mich so unheimlich berührte: die starken Farben, die ohne Sonne, wenn nirgends mehr strahlendes Licht ist, ausdauern. Das war an den Tagen mit grauem Himmel, der leise regnete: Aber deshalb war nichts verblichen oder ungewiß geworden, im Gegenteil. Nur noch lauter wurden alle Farben; das Violett der großen Heideflächen bekam samtene Nuancen von warmer Tönung, und irgendeine Ziege, die über die Heide ging, war weiß wie aus Elfenbein. Ganz unabhängig von dem fahlen Himmel spielte sich die Erde in ihren lebendigen bunten Farben ab, und sogar ihre Fernen verschwanden nicht im Nebeln. Dunkelbraun stand das Dach der großen Mühle vor den Wolken, und ihre starken Arme zeichneten ein deutliches Kreuz. Und was nicht im Fernen hätte wirken können, schien sich näher heranzuschieben; eine Hütte, rot mit grünem Rahmenwerk, mit ihrem moosigen Strohdach, eine große Kastanie, auf der die lichten Fruchtschalen im hängenden Blattwerk deutlich erkennbar waren, ein dunkelnder Busch an der schattigen Eingangstür und eine einzige rote Georgine in ihm, brennend vor Reife“ Direkt darauf folgten dann obige Verse. Sie waren an Paula Modersohn-Becker gerichtet.



 
Das Foto zeigt Paula Modersohn-Becker (1876  -  1907) in der Worpsweder Landschaft, das Bild ist von ihr.

Marianne Dora Rein: Regenwind


 

Marianne Dora Rein, geboren am 2. Januar 1911; gestorben zwischen 27. November 1941 und 26. März 1942.

Marianne Rein verfasste Gedichte und Prosa überwiegend aus dem Bereich der Naturlyrik und veröffentlichte auch einzelne Werke in der Zeitschrift „Der Morgen“, die vom Kulturbund Deutscher Juden herausgegeben wurde. 1917 verlor sie ihren Vater, der nach schwerer Krankheit starb, woraufhin ihre Mutter mit ihr im selben Jahr nach Würzburg zog, von wo sie stammte. Marianne Rein besuchte in Würzburg die jüdische Volksschule und trat später mit dem Schriftsteller Jakob Picard in regen Briefkontakt. Während des Nationalsozialismus versuchte sie erfolglos, zusammen mit ihrer Mutter auszuwandern. Ab 1941 arbeitete sie in einem jüdischen Altersheim. Am 27. November 1941 wurde sie zusammen mit ihrer Mutter nach Riga deportiert und dort erschossen.

Das Bild ist von Claude Monet

 

 

 

Josefa Metz: Von der Reise zurück

 


Josefa Metz, geboren am 19. 10. 1871 in Minden, war Dichterin und Schriftstellerin. Aufgrund ihrer Herkunft, ihr Vater war ein jüdischer Rechtsanwalt, wurde sie 1935 beim Reichsverband Deutscher Schriftsteller nicht aufgenommen und konnte nur noch innerhalb des Kulturbundes Deutscher Juden veröffentlichen. 1941 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 13. 2. 1943 aufgrund der unmenschlichen Bedingungen dort verstarb.

Das Bild ist von Dorothea Maetzel-Johannsen, geboren am 6. Februar 1886 in Lensahn; gestorben am 8. Februar 1930 in Hamburg,  Malerin der Moderne. Sie war Mitbegründerin der Hamburgischen Sezession. Ab 1919 schuf sie ihre expressionistischen Hauptwerke.

 

Victor Hadwiger: Begraben

 


Victor Hadwiger (1878 – 1911), aus: Die Aktion, 3. Januar 1914, Lyrische Anthologie

1899 begann er ein Studium der Literaturgeschichte und Philosophie in Prag. Daneben verkehrte er im neoromantischen Literaturzirkel „Jung-Prag“, wo er u. a. mit Paul Leppin und Hugo Wiener, aber auch mit dem zehn Jahre älteren Bürgerschreck Gustav Meyrink nähere Bekanntschaft schloss und bald zu einer der markantesten Figuren der künstlerischen Bohème avancierte. „Leppin und Hadwiger erschienen meist zwillingsbrüderhaft gemeinsam. Sie waren beide sehr groß und trugen enorme Hüte, fielen auch auf der Straße auf. Beide sehr blaß, bunte Künstlerkrawatten flatterten um ihren Hals“, erinnerte sich rückblickend Max Brod in seinen Aufzeichnungen über den „Prager Kreis“.  Im Frühjahr 1903 zog er nach Berlin, um sich dort durch die Mitarbeit an der „Vossischen Zeitung“ und eigene literarische Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein im gleichen Jahr erscheinender Lyrikband Ich bin verhalf ihm hier zu einem viel beachteten Einstand. 1911 erschienen Victor Hadwigers Novelle „Der Empfangstag“ sowie die beiden Liebesgeschichten „Blanche“ und „Des Affen Jogo Liebe und Hochzeit“. Eine sich nun langsam abzeichnende erfolgreiche Schriftstellerkarriere beendete jedoch sein plötzlicher Tod am 4. Oktober 1911.

 Das Bild ist von Claude Monet (1840  -  1926)

Hellmuth Wetzel: Tief in der Mondnacht

 


Hellmuth Wetzel (1893-1940), aus: Die Aktion Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur
Herausgegeben von Franz Pfemfert, 3 Jahrgang 26. Februar 1913

 

René Schickele: Phoenix

 


René Schickele, aus: Die Aktion  -  Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst; Sondernummer „Lyrische Anthologie“, 1913

Das Bild „Phoenix coniugalis“ ist von Paul Klee (1879  -  1940)


Paul Klee: Es war. . .

 


Paul Klee, geboren am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee, Kanton Bern; gestorben 29. Juni 1940 in Muralto, Kanton Tessin, Maler und Grafiker (und Dichter) Aus: Gedichte / Neue erweiterte Ausgabe Verlag der Arche, Zürich 1980

Das Bild "Märchen" (1820) ist von ihm