Samstag, 3. Oktober 2026

Erika Taube: Ich gehe träumend durch die Zeit / Ein jüdisches Kind / Einsicht / Wenn einmal

 



Ich gehe träumend durch die Zeit

Ich gehe träumend durch die Zeit,
ich wach' und träume doch,
ich leb' in der Vergangenheit
und trag' das heut'ge Joch.
Die Zukunft ist mein schönster Traum,
und böse Gegenwart,
spüre ich nicht, ich fühl' sie kaum,
sei sie auch noch so hart.
So geh ich träumend durch die Zeit,
sie eilt an mir vorbei,
bald ist sie schon Vergangenheit
und ich bin wach und frei.


Ein jüdisches Kind

Du bist ein Kind wie all die vielen, 
die auf der ganzen Erde sind, 
wie all die anderen Gespielen 
und doch bist du so anders, Kind. 

Du bist ein Kind, dem Heimat fehlt, 
in allen Städten bist du fremd. 
So lang dich nicht das Wort beseelt: 
Heimat, dein Herz ist ungehemmt.


Einsicht

Als ich noch Buttersemmeln aß
und alles auf der Welt besaß,
was heut ich so begehre;
da merkt ich´s nicht, dass ich vergaß
des Lebens Wert, den ich nicht maß,
drum heut ich´s so entbehre.


Wenn einmal

Wenn einmal alles umgekehrt
und die Vernunft regiert die Welt,
wenn man den Menschen wieder ehrt,
und nicht den Krieger mehr als Held,
wenn alles Leben wieder blüht,
und alle Worte wieder frei,
und jedes Herz nach Liebe glüht,
wenn uns ersteht einmal der Mai,
dann wird die Erde erst erstrahlen
in ihrem echten klaren Glanz,
der beste Maler kann nicht malen
die Schönheit, die dann voll und ganz.
Dann wird der kleine Mensch erst sehn,
was Gott ist und auch die Natur
und wird das Leben erst verstehn,
wenn einmal endlich. . . wann denn nur?

Erika Taube, aus: Theresienstädter Skizzenbuch, Gedanken im Ghetto, Theresienstadt 13. 7. 1943

Erika Taube, geborene Steiger, geboren am 18. Juli 1913 in Wien; 1938 floh sie aus Wien nach Prag, wo sie den Komponisten Carlo S. Taube kennenlernte und im April 1941 heiratete. Nur wenige Monate später wurden beide in dem seit 1939 von der Wehrmacht besetzten Prag verhaftet und am 10. Dezember in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Carlo S. Taube führte dort seine Kompositionen und unmenschlichen Bedingungen fort und leitete auch ein eigenes Lagerorchester. Eines seiner Orchesterwerke trägt den Titel „Theresianische Suite“ auch „Theresienstädter Symphonie“ genannt. Mehrere der Gedichte Erikas, wie etwa das „Wiegenlied“ wurden von ihrem Mann vertont.

Am 4. Oktober wurde Erika Taube von Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, drei Tage nach ihrem Mann, und unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet.


                         



Mittwoch, 23. September 2026

Hedda Sauer: So hab´ ich denn verträumet. . .

 



So habʼ ich denn verträumet
Die lange Winternacht,
Habʼ nun den Lenz versäumet,
Den mir dein Augʼ gebracht.
So lang habʼ ich geharret,
So lang habʼ ich geweint –
Nun bleibt mein Augʼerstarret,
Wie warm das Licht auch scheint.
Auf Berg und Thal hernieder
Der Sonnensegen weht –
Kommt auch der Frühling wieder –
Er kommt für mich zu spät.

Hedda Sauer, aus: Gedichte, Prag 1895

Hedda Sauer, geboren am 24. September 1875 in Prag; gestorben am 21. März 1953 ebenda, Dichterin und Übersetzerin in Prag. Sie gehörte mit ihrem Mann Prof. August Sauer zur dortigen Kultur- und Künstlerszene und hatte Kontakte zu Rainer Maria Rilke, Ellen Key, Bertha von Suttner und anderen Persönlichkeiten.

Das Bild ist von Harald Sohlberg (1869 - 1935)

Donnerstag, 27. August 2026

Marianne Dora Rein: Europa

 


Europa

Die Mädchen gingen durch erblühte Fluren.
Voran die Schönste - vollen Laufs, geschmeidig.
Vom nahen Felde glänzte, wein und seidig,
- zertret´ne Halme wiesen seine Spuren -

der Leib des Tieres mit dem Widerriste,
den es, fast anmutsvoll, herabgebogen,
so, dass von seinem Anblick hingezogen,
und ahnungslos, dass es sie überliste

das Mädchen sich auf seinen Rücken schwang,
die Nüstern kraulte, die vom Atem dampfte.
Indes das Tier sich hob, und schnob und stampfte,

bleiben die andern unbewegt und bang.
Sie sah´n den Gott nicht, den die Nachwelt glaubte,
den brünst´gen Stier nur, der die Jungfrau raubte.

Marianne Dora Rein, handschriftliches Manuskript, Archiv Leo Baeck Institute NewYork

Marianne Dora Rein, geboren am 2. Januar 1911, war eine junge hoffnungsvolle jüdische Dichterin aus Würzburg. Am 27. November 1941 wurde Marianne Rein zusammen mit ihrer Mutter mit dem ersten aus Würzburg abgehenden Transport zusammen mit weiteren 200 Personen, darunter 40 Kindern und Jugendlichen, deportiert. Der Transport ging über Nürnberg nach Riga. Die Deportierten wurden, so eine Überlebende, in den eiskalten Wirtschaftsgebäuden des Jungfernhofes bei Riga untergebracht. Von dort gingen ab Februar 1942 Transporte ab, zuletzt am 26. März 1942 ein Transport mit ca. 1700 Menschen. Alle Abtransportierten wurden am gleichen Tag in einem Wald bei Riga erschossen. Von den im November 1941 aus Franken nach Riga Deportierten haben, soweit bekannt, zwei Personen überlebt.

Das Leo Baeck Institut (LBI) ist eine unabhängige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums mit drei Teilinstituten in Jerusalem, London und New York City mit Zweigstelle in Berlin. Es wurde 1955 von Hannah Arendt, Martin Buber, Siegfried Moses, Gershom Sholem, Ernst Simon und Robert Weltsch gegründet und setzt sich zum Ziel, deutsch-jüdische Geschichte und Kultur wissenschaftlich zu erforschen und ihr Erbe zu bewahren.

Das Bild ist von „Der Raub von Europa“ ist von Girolamo da Santacore (1480 – 1556)

Donnerstag, 20. August 2026

Alma Johanna Koenig: Sommer

 


Sommer

Ich bin weithin gegangen,
durchs sonnverbrannte Land.
Der Wind hat sich verfangen,
in Haar mir und Gewand.

Die Bauern sind beim Heuen,
Duft weht zu mir heran,
mein Herz ist ganz der neuen
Wegfreude aufgetan.

Den Hang hinabgestiegen,
komm ich in guter Ruh.
Ein Büblein mit zwei Ziegen
ruft seinen Gruß mir zu.

Das Zicklein liebt die Blüten,
hoch an die Brust gedrückt
kann ich den Strauß kaum hüten,
den ich für dich gepflückt ...

Alma Johanna Koenig, aus: Liebesgedichte
F. G. Speidel'sche Verlagsbuchhandlung Wien und Leipzig 1930

Alma Johanna Koenig, geboren am 18. August 1887 in Prag; ermordet am 1. Juni 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez (bei Minsk) zusammen mit anderen Opfern, darunter die Lyrikerin Lili Grün, Lyrikerin und Erzählerin.

Das Bild ist von Aristide Maillol, Bildhauer, Maler und Grafiker (1861 - 1944)

Dienstag, 18. August 2026

Arieh Ludwig Strauß: Blume der Blumen, Kastanie, Lied aus dem Schweigen

 



Blume der Blumen

Es läuft ein Singen nächtig
Von unsichtbarem Mund
Durch den tausendträchtig
Offenen Erdengrund.

Zärtliche Hand durchirrt
Lüftend die lockern Krumen,
Ob die Blume aller Blumen
Morgen geboren wird.

Bittende Hand durchstreift
Den Traum der Kreaturen,
Streut in die lauen Fluren,
Was ihren Segen reift:

Aller Mütter Güte,
Alles Lächeln, alle Hut
Sammelt sie um die Blüte,
Die in der Tiefe ruht.

Stimme, duldend und zart
Von Jahr zu Jahr erklungen,
Wann hast du wachgesungen,
Was uns verheißen ward?


Kastanie

Über Rasen und Mäler, Mauer, Weg, Staub
Hebe du, hebe
In breite Schwebe
Den frischen, lockeren Hügel aus Laub!
Ein Ruhen in Wellen,
Ein Sinken und Schwellen,
Umatmets das mächtige, dunkle Gerüste
Und schwingt an der Bläue die steigende Küste
Zur seligen Kuppe hinauf, hinab,
Berg des Gesangs über Straße und Grab.

Denn singende Engel, verteilt durch die Sphären,
Steht die weiße Blüte in dir,
In Runden, in Reihn, die wie Sterne sich mehren,
Die steile, zarte, strotzende Zier.
Hier gehn sie in Scharen
Auf wiegenden Stufen,
Verstreut dort in Paaren,
Und Einsame leuchten in preisenden Rufen.
Und oben ausdringend
Die äußersten Kühnen,
Ihre Leiber ertrinkend im Grünen,
Ihre Häupter ins Licht sich versingend.
Und hinab quillts unzählig aus grünem Gewühle;
Und rein aus dem Innern,
Dem Hause der heimlichen Kühle,
Wenige schimmern
Vom Dunkel vor;
Und tief eine Schwindende nahe dem Herzen …
Und innen und außen,
Im Schweigen, im Brausen,
Alle Kerzen
Ein einziger Chor!


Lied aus dem Schweigen

Was von Herzen drang,
Wird mir zunicht im Munde.
Wortlos ist die Stunde,
Doch sie blutet um Gesang.

Du, der mir lauscht,
Hörst das Ungesprochne
Und durch die gebrochne
Stimme, wie es rauscht.

Ich muß dir singen
Dies verzehrte Lied.
Mag der Wind dir bringen,
Was mir in Wind verflieht.

Arieh Ludwig Strauß wurde am 28. Oktober 1892 in Aachen geboren und starb am 11. August 1953 in Jerusalem. Er war ein deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler jüdischer Herkunft.

Aus: Nachtwache, Gedichte 1919 - 1933, Der Deutsche Buch-Club, Abteilung Verlag, Hamburg 1933

Das Foto zeigt ihn 1930 

Freitag, 5. Juni 2026

Leonie Spitzer: Oft weiß ich plötzlich: nichts ist von Bestand / Die Heilige

 



Oft weiß ich plötzlich: nichts ist von Bestand

Oft weiß ich, nichts ist von Bestand.
Ich fühle den Boden unter mir ein Meer,
das Morgen ist noch nicht, das Gestern ist nicht mehr,
das Heute ist ein schmaler Streifen Land,

der aufsteigt aus der ungewissen Flut
und sich erst bildet unter meinem Schreiten.
Mein Herz, das sonst so sicher in dir ruht,
fühlt bebend alles schwinden und entgleiten.


Die Heilige

Sie ging. Der Weg war steil, die Landschaft leer
und wie nach einem Brand.
Der Boden war zerrissen
wie von vielen Wunden.
Ihr Fuß war schwer
und fand
mit müdem, ungewissem
mühseligem Schritt durch das versteinte Land.
Doch ihre Augen wußten von dem Ziel
und jeder Zug
in ihrem Angesicht
war kraftgespannt.
Sie trug,
ob fröstelnd, dennoch schwebend, erdentbunden
der schmalen Schultern Gleichgewicht. -
Der Weg war steil. Sie kam
zu einem Baum, der unbelaubt
und einsam stand
und lehnte müd
die Stirn an ihn.
Da ging ein Beben durch den breiten Stamm.
Sie hob das Haupt
und sah: er war erblüht.
Und sie ging weiter, unter ihren Tritten
bemoosten sich die Steine, Veilchen sproßten,
aufatmend ging ein Hauch
von Frühlingsblumen durch die Wüste.
Und wo von fern ihr Auge grüßte,
öffneten Knospen sich an jedem Strauch.
Ihr Fuß war wund, doch federnd ihre Schritte,
nach ihrem Rhythmus klang
von Busch zu Busch der Vogelsang. -

Sie gab die Schönheit ihrer Kraft
dem ganzen Weg der Wanderschaft
ohne es selbst zu wissen.
Doch, wie sie siegend hob die blasse Stirn
zerriß die Sonne jäh der Wolken Wirrn
und leuchtend lag die Weite ihr zu Füßen.

*
Wie oft, sag, hast du mit dem Gott gerungen
der in dein Leben trat und nahm und nahm?
Kam
daher die Kraft, von der du ganz durchdrungen,
der Mut, mit dem du durch die Nacht geschaut
zum Morgen hin, der endlich doch gegraut?

Wie rissest du aus ehernem Umarmen
dich immer wieder los, um hier zu sein?
Wars ein Erbarmen
mit deiner Arbeit, die nur du allein
so tun kannst? Oder hast du das gewußt:
daß du noch viele Wunder wirken mußt,
an allen denen, welche ihr Begegnen
mit dir segnen?

Leonie Spitzer , aus: Wandlungen der Liebe, J. G. Bläschke Verlag Darmstadt 1978

Leonie Adele Spitzer, geboren am 17. Mai 1891 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben am 5. Juni 1940 in Oxford, Vereinigtes Königreich, Schriftstellerin und Lehrerin.

1920 schloss sie das Studium der Philisophie an der Universität Wienmit einer Dissertation Über Rilkes Verskunst am 21. Juli 1920 ab. Nachdem sie kurzzeitig von 1921 bis 1922 als Lektorin beim Wiener Verlag Rikola gearbeitet hatte, legte sie im Jahre 1923 eine Lehramtsprüfung für das Gymnasium ab und war in weiterer Folge als Lehrerin an diversen Wiener Mittelschulen tätig. Nach dem Tod der Naturwissenschafterin und Lehrerin Hede V., zu der sie eine Liebesbeziehung pflegte, im Jahre 1929 war die Schaffensperiode Leonie Spitzers zu Ende.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahre 1938 wurde sie als Jüdin, gerade einmal 47-jährig, in den Ruhestand versetzt und ging daraufhin ins Exil nach Italien. Von dort führte ihr Weg im Jahre 1939 nach Oxford, wo 1940 verstarb. Mehr als drei Jahre nach ihrem Tod wurde ihr der Doktorgrad aus rassistischen Gründen aberkannt, da sie im Nationalsozialismus als Jüdin als eines akademischen Grades einer deutschen Hochschule unwürdig galt. Am 15. Mai 1955 wurde ihr der Doktortitel wieder zuerkannt bzw. die Aberkennung für von Anfang an nichtig erklärt.

Montag, 1. Juni 2026

Lili Grün: Im Zimmer wird es langsam dunkel / Alma Johanna Koenig: Sommer

 



Im Zimmer wird es langsam dunkel


Komm, bleib’ auf dem Sofa liegen!
Woll’n uns aneinanderschmiegen,
Du bist groß und ich bin klein,
Laß’ uns bißchen kitschig sein.
Draußen — weißt du — ist das „Leben“:

Alltagssorgen,
Heute — Morgen — Uebermorgen
Schulden zahlen — Schulden machen,
Industrien und Banken krachen.
Laß den Unsinn draußen sein,
Wir sind hier — wir sind allein.

Weißt du, wir sind kleine Kinder,
Haben uns im Wald verirrt.
Schmiegen wir uns aneinander,
Weil es kalt und dunkel wird.

Und die böse, böse Hexe,
Schrecklich drohend, furchtbar, schaurig
Ernst, mein Freund, ich bin so traurig —
Ich bin klein und schrecklich dumm
Ernst, nicht wahr, du bringst sie um?

Du hast einen großen Teppich
Und wir setzen uns darauf,
Fliegen rasch zur Sonne auf,
Haben dort ein Rendezvous
Und sind auch gleich auf Du und Du …

Komm, bleib auf dem Sofa liegen,
Glaube mir, wir haben Zeit.
Du bist groß und ich bin klein.
Wenn wir weggeh’n aus dem Zimmer,
Müssen wir erwachsen sein.

Lili Grün, aus: Prager Monatsblatt, 57. Jahrgang, Nr. 37, 10. September 1934

Lili Grün wurde am 3. Februar 1904 als Elisabeth Grün in Wien geboren. Nach dem Tod ihrer Eltern ging sie Ende der 1920er Jahre nach Berlin, wo sie 1931 zusammen mit Freundinnen und Freunden aus der Künstlerszene ein literarisch-politisches Kabarett eröffnete. Zurück in Wien verarbeitete sie ihre Berlin-Erlebnisse in ihrem Roman "Alles ist Jazz", der erstmals 1933 unter dem Titel "Herz über Bord" im Paul Zsolnay Verlag erschienen ist. Mit der nationalsozialistischen Okkupation Österreichs im März 1938 hatte Lili Grün als jüdische Schriftstellerin schlagartig keine Möglichkeit mehr zu publizieren. Verarmt und lungenkrank blieb ihr die Emigration ins rettende Ausland verwehrt. 1942 wurde sie aus Wien deportiert und am 1. Juni 1942 mit anderen Opfern, darunter die Dichterin Alma Johanna Koenig, im weißrussischen Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet.



Sommer

Ich bin weithin gegangen,
durchs sonnverbrannte Land.
Der Wind hat sich verfangen,
in Haar mir und Gewand.

Die Bauern sind beim Heuen,
Duft weht zu mir heran,
mein Herz ist ganz der neuen
Wegfreude aufgetan.

Den Hang hinabgestiegen,
komm ich in guter Ruh.
Ein Büblein mit zwei Ziegen
ruft seinen Gruß mir zu.

Das Zicklein liebt die Blüten,
hoch an die Brust gedrückt
kann ich den Strauß kaum hüten,
den ich für dich gepflückt ...

Alma Johanna Koenig, aus: Liebesgedichte
F. G. Speidel'sche Verlagsbuchhandlung Wien und Leipzig 1930

Alma Johanna Koenig, geboren am 18. August 1887 in Prag; ermordet am 1. Juni 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez (bei Minsk), Lyrikerin und Erzählerin.