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Dienstag, 3. Oktober 2023

Victor Hadwiger: Nächte

 



Nächte


Es ist wie Atem dunkelblauer Nächte,
Wie Raunen toter Büßerlitaneien,
Als wie durch Gottes rächende Rechte
Untergegangen sein.

Ein großes Friedensfest, wo Tote wohnen,
Ein weites Sich-die-Hände-reichen,
Und um die Stirnen stiller Schläfer schleichen
Die Träume, Pagen unbekannter Kronen.

Das sind die Nächte, die mich laben werden,
Ich will mit ihrer Maske, die ich trage,
Unter der Schwelle großer Tage
Begraben werden.

Victor Hadwiger (1878 - 1911), aus: Die Aktion, 10. Januar 1914. Das Bild ist von William Degouve de Nuncques (1857 - 1935)

Sonntag, 27. August 2023

Victor Hadwiger: Mein Tag

 



Mein Tag

Und tausend Nächte hatten mich genarrt
Da leuchtend lachend kam der Tag! -
Ich starb.
Den Tag der Liebe starb ich
Es war kein Puppenspiel, war kein Hetärenmärchen,
Ein starkes, warmes Glück, ein purpurner Triumph. -
Weltrauschen hört ich, Mutter. Immergrüne Träume
Band ich zum Kranze meiner Feldherrnstirne.
Das ich in Wüsten fand, das Herz,
Auf Marmorstufen führte mich mein Herz,
Wo der Gedanke weint, der mich betrog,
In aller Schönheit Fiebergluten
Warf ich mein Herz und taumle, taumle, taumle!
In tausend Nächte tauch ich meinen Fluch!
Das war ein Tag, in seine Adern biß ich mich
Und sog ihn mit der Seele ein.
Ich starb zu Babel! - Leuchtend sprang
Das Glas, die Scherben klirrten!
Ein König! Ein Triumph! - Ich starb.
Die Garden salutierten.

Victor Hadwiger (1878  -  1911), aus: Die Aktion Nr. 17. 12. Juni 1911

1899 begann er ein Studium der Literaturgeschichte und Philosophie in Prag. Daneben verkehrte er im neoromantischen Literaturzirkel „Jung-Prag“, wo er u. a. mit Paul Leppin und Hugo Wiener, aber auch mit dem zehn Jahre älteren Bürgerschreck Gustav Meyrink nähere Bekanntschaft schloss und bald zu einer der markantesten Figuren der künstlerischen Bohème avancierte. „Leppin und Hadwiger erschienen meist zwillingsbrüderhaft gemeinsam. Sie waren beide sehr groß und trugen enorme Hüte, fielen auch auf der Straße auf. Beide sehr blaß, bunte Künstlerkrawatten flatterten um ihren Hals“, erinnerte sich rückblickend Max Brod in seinen Aufzeichnungen über den „Prager Kreis“. Im Frühjahr 1903 zog er nach Berlin, um sich dort durch die Mitarbeit an der „Vossischen Zeitung“ und eigene literarische Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein im gleichen Jahr erscheinender Lyrikband Ich bin verhalf ihm hier zu einem viel beachteten Einstand. 1911 erschienen Victor Hadwigers Novelle „Der Empfangstag“ sowie die beiden Liebesgeschichten „Blanche“ und „Des Affen Jogo Liebe und Hochzeit“. Eine sich nun langsam abzeichnende erfolgreiche Schriftstellerkarriere beendete jedoch sein plötzlicher Tod am 4. Oktober 1911.


Montag, 6. März 2023

Victor Hadwiger: Pfeiferglück

 


Pfeiferglück

Die Sonne schmiegt sich schmeichelnd an die Gräser
Und alle staunen in dein Meisterstück.
Wer deine Liebe hätte, blonder Bläser,
Dein Pfeiferglück!
Mit deinen Augen will ich in den Himmel schauen,
Mit deiner Sehnsucht suche ich die Frauen,
Ich lasse meine wilden Verse krönen
Und runde mir den Tag mit meinen Tönen.
Die Ebbe trägt mein Leid ins Meer zurück.
Doch morgen kehrst du wieder, junge Glut
Im Sterbefeierklang der Flut
Mein Pfeiferglück.

Victor Hadwiger (1878 - 1911), aus: Die Aktion Nr. 11, 1. Mai 1911

Das Bild ist von Eugeniusz Zak (1884 - 1926)

Donnerstag, 26. Januar 2023

Victor Hadwiger: Wandlung

 


Wandlung

Ich war ein Vers im Liede deiner Liebe,
und ein Gedanke bin ich nun
in der Ballade deiner letzten Fahrt.
Dein Traum barg Gott und mich,
von deiner feinen Finger Meisterschaft,
von deiner wilden Wehmut stamm ich ab
und irrte als ein sanfter Reim durch dein Gedicht.
Du küßtest mich aus deiner Leidenschaft empor,
du riefst mich an die Wand, die mich umschloß,
und draußen lebte noch ein Tag. –
Sahst du die Lerchen? Lerchen flattern auf.
Und hörtest du den wehen, wilden Klang?
Es war die Schale, die zersprang,
das Haus, das meinen Siegeslauf,
das mich verschlang.
Es rötet sich mein Tag! Die Götter kehren um,
dein feierlicher Mund wird stumm,
das Land wird licht vor mir und uferlos die Glut,
ich bin der Bach, ich bin die Flut,
sanft neigt sich das Gelände meinem Lauf.
Horch, Lerchen! Hörst du, Lerchen flattern auf!

Victor Hadwiger (1878 – 1911) Aus: Wenn unter uns ein Wandrer ist - Ausgewählte Gedichte, aus dem Nachlass heraus gegeben von Anselm Ruest, A. R. Meyer Verlag, Berlin-Wilmersdorf, 1912

Das Bild ist von Félix Valloton (1865 - 1925)

Victor Hadwiger: Morgenwanderung

 


Morgenwanderung

Ich kam aus einer langen Liebe späten Tagen,
auf meinen Morgen fiel ein kalter Tau –
durch bange Stunden hat die Mutter mich getragen,
dann starb die arme Frau.
Sie hat mir eine Sehnsucht mitgegeben
und ein Gebetbuch, einen Traum und eine Qual. –
Ich steuerte hinaus ins Leben. –
Ein Frühling war, es sang die Nachtigall.
Und Liebe sog mein Leib aus allen Dingen,
die an des Tages roten Toren glühten:
Und wie das Credo meiner Wünsche war ein Singen,
die Nachtigall ward selbst ein Lied, die Apfelbäume blühten.

Victor Hadwiger (1878 - 1911)

Das Bild „Apfelbäume in Blüte“ ist von Claude Monet (1840 - 1926)

Victor Hadwiger: Verlorene Beute

 


Verlorene Beute

In einer Fischerhütte saß ich lange Tage
den Möwen reisten meine Augen nach,
in meinen Netzen fing ich meine Stunden.
Und glänzte dann der Fang des Untergangs,
so löschte ich die Glut in meiner Seele.
Die Möwen schwebten um die Felsenbänke,
ein Schatten schlich sich in das Land,
schwer hingen meine Netze. –
Doch weil ich eine andre Liebe hatte,
entließ ich meine kühle Beute
ins Meer hinaus.
Es klang die dunkelblaue Flut,
wie Glocken klang das Meer.
Die Dörfer lauschten auf aus ihrem Schlaf.
Mich aber trieb ein Gott.
Die Welt war nur ein Fischerdorf,
ein Möwentraum,
ein weißer Weg im Windgewölk.
Es geht ein Feiern an.

Victor Hadwiger (1878 - 1911), aus: Wenn unter uns ein Wandrer ist. Ausgewählte Gedichte aus dem Nachlass. Hrsg. von Anselm Ruest. Berlin: Alfred Richard Meyer, 1912.

Das Bild ist von N. C. Wyeth (1882 - 1945)

Dienstag, 24. Januar 2023

Victor Hadwiger: Der Wanderer

 


Der Wanderer

Wenn unter uns ein Wandrer ist -
dem schrieben es die Sterne in die Seele,
der hat es in den Augen tief geprägt:
Weil ich ein Wandrer bin.
So leise schauert die Johannisnacht,
Glühwürmchen streichen.
Das hat der Mond sich ausgedacht,
wenn so die Schleier weichen,
da hat der Mond den Vorhang weggerückt
mit seinen lichten Fingern, was sich schmiegt und biegt
das alles hat der Mond entdeckt.

Es geht ein Lied vom Sommerhauch getragen,
ein Lied aus fernen Fernen geht umher.
Hörst du die Blumen fragen?
Sie kennen ihn nicht mehr.
Es ist der Wandrer. –
Schlaf, Süßchen, alle Sterne schlafen
und weben ihre Schleier um dein Haupt
und Sommerfäden um die Seele dir.
So leise schauert die Johannisnacht
ob Reif und Eis -
Wenn unter uns ein Wandrer ist.

Victor Hadwiger (1878 - 1911), aus: Wenn unter uns ein Wandrer ist. Ausgewählte Gedichte aus dem Nachlass. Hrsg. von Anselm Ruest. Alfred Richard Meyer, Berlin-Wilmersdorf 1912.

Das Bild ist von der Malerin Dora Bromberger, geboren am 16. Juni 1881 in Bremen; ermordet am 28. Juli 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez bei Minsk. 

Mittwoch, 26. Januar 2022

Victor Hadwiger: Begraben

 


Victor Hadwiger (1878 – 1911), aus: Die Aktion, 3. Januar 1914, Lyrische Anthologie

1899 begann er ein Studium der Literaturgeschichte und Philosophie in Prag. Daneben verkehrte er im neoromantischen Literaturzirkel „Jung-Prag“, wo er u. a. mit Paul Leppin und Hugo Wiener, aber auch mit dem zehn Jahre älteren Bürgerschreck Gustav Meyrink nähere Bekanntschaft schloss und bald zu einer der markantesten Figuren der künstlerischen Bohème avancierte. „Leppin und Hadwiger erschienen meist zwillingsbrüderhaft gemeinsam. Sie waren beide sehr groß und trugen enorme Hüte, fielen auch auf der Straße auf. Beide sehr blaß, bunte Künstlerkrawatten flatterten um ihren Hals“, erinnerte sich rückblickend Max Brod in seinen Aufzeichnungen über den „Prager Kreis“.  Im Frühjahr 1903 zog er nach Berlin, um sich dort durch die Mitarbeit an der „Vossischen Zeitung“ und eigene literarische Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein im gleichen Jahr erscheinender Lyrikband Ich bin verhalf ihm hier zu einem viel beachteten Einstand. 1911 erschienen Victor Hadwigers Novelle „Der Empfangstag“ sowie die beiden Liebesgeschichten „Blanche“ und „Des Affen Jogo Liebe und Hochzeit“. Eine sich nun langsam abzeichnende erfolgreiche Schriftstellerkarriere beendete jedoch sein plötzlicher Tod am 4. Oktober 1911.

 Das Bild ist von Claude Monet (1840  -  1926)

Samstag, 5. Oktober 2019

Victor Hadwiger: Bewegter Wald, Erich Mühsam: Erinnerungen an Victor Hadwiger



Bewegter Wald

Wie eine große Welle ist der Wald
Und wie das Ringen weiter Seligkeiten
Der Sturm. - -
Dann laß die Schatten meiner Seele untertauchen,
Und mich ins Herz der Erde horchen
Wenn meine Zeit kein Pendel mehr zerreißt -
Und horchen und suchen
Die Spur der Ausgangslosen.

Ein langes, langes Beten wird mein Leben,
Ein Schauen, ein Schauern wird es,
Und endlich kalt und groß
Und dunkel wie der Wald.
Was heiß und licht in meiner Seele war
Ich gabs dem Sturme
Was heiß und licht und sündig
Es rauscht, es rauscht,
Die Augen meiner Seele sehen
Den fernen Zug.
Wie eine Schaar von Wandervögeln
Wie ein beredtes Heer von tausend Drosseln
Aufsteigt aus dem Wacholderhain! -
Euch meine besten Sünden gab ich hin,
Dort - dort - und weiter, weiter -
Sie fliegen um den Mond
Den hellen Hof entlang
Vorbei, vorbei - -
Dort wohnt der liebe Gott. -
Ein langes, banges Beten war mein Leben
Ich hör das Herz der Erde pochen.
"Und gieb mir nur das Eine
Vergieb mir nichts,
Laß dort mein Angedenken weiterrauschen
Die braunen Wandervögel." -
Fühl ich es nicht, wie blaß und braun durchs Nebelmeer
Die weichen Flocken fallen, -
Und Flügelchen um Flügelchen. - - -

Das Herz der Erde pocht
Der Wald ist kalt und groß
Und stumm und schrecklich,
Wie eine schwarze Woge in den Himmel
Greift, gräbt der Wald -
Der Wald rächt mich.

Aus: Die Aktion Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur
Herausgegeben von Franz Pfemfert
Nr. 21 Jahrgang 1911

Aus Erich Mühsam „Unpolitische Erinnerungen“ über Victor Hadwiger (1878 - 1911): Meiner Wirtin muß wohl die Boheme-Atmosphäre, die ich in ihre Wohnung gebracht hatte, sehr zugesagt haben. Denn eines Tages berichtete sie mir, daß der Herr, der die beiden kleineren Zimmer auf der anderen Seite des Korridors bewohne, ausziehe; es wäre ihr recht, wenn einer meiner Freunde sie nähme. Ich hatte gerade wieder einen Schlafburschen zu beherbergen. Das war der Prager Lyriker Viktor Hadwiger, der plötzlich im »Café des Westens« aufgetaucht war und mir dort eine Empfehlung, ich glaube von Hugo Salus, überbrachte. Ein großer, schwerer Mensch, dem die ungeordneten blonden Haarsträhnen und der kräftige Knebelbart ein ziemlich wildes Aussehen gaben, das, zumal in Verbindung mit seinem äußerst robusten Auftreten, die tiefe Bildschönheit seiner Verse nicht ahnen ließ. Der wurde also jetzt mein Zimmernachbar, und ich wurde der ständige Zeuge seiner Maßlosigkeiten. Hadwiger war maßlos in allem: im Trinken, Rauchen und Fluchen, im Überschwang der Glückseligkeit und im Weltschmerz. Hatte er kein Geld, um Tabak oder Schnaps zu kaufen, war er bei einer Frau abgefahren, ärgerte er sich über irgendwas, dann konnte er mörderisch schimpfen; ich habe keinen anderen Menschen getroffen, dem in der Wut eine solche Sturzflut haarsträubendster Unflätigkeiten zur Verfügung stand. War ihm aber etwas zum Guten ausgegangen, hatte er unerwartet Geld bekommen, war ihm ein Gedicht gelungen, hatte sich ein Mädchen von ihm küssen lassen, dann leuchteten seine großen, hellblauen Augen, seine Stimme wurde weich und schmeichelnd, und man spürte ein inneres Tanzen in dem mächtigen Körper des Mannes. Mehrmals weckte mich Hadwiger in der Nacht auf, kam polternd in Unterhosen in mein Zimmer herüber und wollte wissen, ob mir ein Vers gefalle oder ob ich diese oder jene Wortverbindung in einem Gedicht für zulässig halte. Oder er brachte ein eben fertig gewordenes Gedicht, erklärte es in unbändiger Begeisterung als das beste, das ihm je gelungen sei, und trug es mit Bärenstimme vor. Ich hielt so viel von Hadwigers dichterischer Begabung, daß ich ihm einen Abend im Peter-Hille-Kabarett zur Vorlesung verschaffte, bei dem ich in einleitenden Worten die Überzeugung aussprach, hier wachse das lyrische Talent der Zukunft heran. Viktor Hadwiger ist 1911 mit dreiunddreißig Jahren gestorben. Außer dem 1903 erschienenen Versband Ich bin und wenigen Novellen ist meines Wissens zu seinen Lebzeiten kein Buch von ihm gedruckt worden. Nach seinem Tode gab Dr. Anselm Ruest ein ganz kleines Bändchen ausgewählter Gedichte heraus, das unter dem Titel Wenn unter uns ein Wanderer ist bei Alfred Richard Meyer verlegt wurde. Auf dem Umschlag des Heftes, sprechend ähnlich und psychologisch glänzend erfasst, steht, von John Höxter gezeichnet, der Kopf des Dichters.

Mittwoch, 21. November 2018

Victor Hadwiger: Trüber Tag



                Trüber Tag

So graues Wetter in den Gassen
Und schmale, kranke Flammen im Kamin,
An allen Dingen ein Erblassen
Und die Gebärden, müde im Erfassen
Schwanken verworren drüber hin.

Es fliegen ernste Vögel durch dein Land,
Und Lieder, die ihr pflegt und heilig haltet,
Weil sich darin ein liebes Bild gestaltet,
Sie sind mir wie von fern gesandt,
Ein Märchen, sonderbar entfaltet.

Es werden Dinge über uns geschehn,
Die sich in unsre armen Stirnen graben;
Und nur die Stummen werden es verstehn
Mit uns und über uns hinaus zu gehn,
Wenn wir genug verstanden haben.

Die süßen Schläfen komm ich dir zu küssen,
Und deine guten Hände trink ich aus. -
Und für alles, was wir wissen müssen,
Liegt mir ein Kranz bereit zu deinen Füßen
Und Sterne wandern um dein stilles Haus.


Victor Hadwiger, 1878 - 1911

Aus: Die Aktion Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur
Herausgegeben von Franz Pfemfert
Nr. 20 Jahrgang 1911

Donnerstag, 22. Juni 2017

Victor Hadwiger: An stillen Nachmittagen. . .



                                                           Es geht ein Lied vom Sommerhauch getragen,
                                                           ein Lied aus fernen Fernen geht umher.
                                                           Hörst du die Blumen fragen?
                                                           Er ist ein Wanderer. . .



An stillen Nachmittagen. . .

An stillen Nachmittagen sang ich’s in die blauen Lichter,
Wenn meine Mutter murrte, weil ich müßig war,
Ich sang es in den Hohn der Bösewichter
Und blieb ein Dichter und ein Narr.

Es gingen viele stille Nachmittage
An meinem großen Schmerz vorbei,
Da wurde es zu einer frommen Frage,
Ein braver Spruch und bald ein stolzer Schrei.

Ich lernte es von einem Spielmann rasch und froh,
Wie man es singt und nimmermehr vergisst,
Von einem Spielmann, der in einem alten Volkslied wo
An einem Frühlingstraum gestorben ist.

Du lege deinen Kopf in meine Hände,
Es dämmert die Dezembernacht,
Und sing es in der Dunkelheit zu Ende,
Was ich im Lichte mir erdacht.

Ich will mit dir in deine Länder fahren
Und deine leisen Engel sehn;
Dir meine Seele offenbaren,
In deiner Seele untergehn.


Victor Hadwiger, 1878 - 1911