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Freitag, 28. Juli 2023

Hans Ehrenbaum-Degele: Wenn sich in der Frühe. . .

 



Wenn sich in der Frühe rings die Welt entfaltet,
klopfen meine Pulse stark und frisch und jung,
und mit frohen Augen trink ich tausendgestaltet
all die bunten Wunder meiner Wanderung.

Mein verwildertes Haar liebt der Morgenwind;
Strahlensonne segnet mein erblühtes Geschick.
Wie die weißen Wolken, die voll Schimmers sind,
Hab ich aller Himmel Glück und Geleucht im Blick.

Aber wenn mich Träume alter Zeit verwirren,
werden alle Wege fremd und feind und kahl.
Suchend nach der Heimat muss ich mich verirren
und bin ein Weinen aus dem Gebirg ins Tal.

Aus: Kreuzfahrt Gedichte - Verse von Hans Ehrenbaum-Degele, Kreuzfahrt - einem kleinen Tischlermädchen, Kugel-Verlag, Hamburg, o. J.

Hans Ehrenbaum-Degele, geboren am 24. Juli 1889 in Berlin; gestorben am 28. Juli 1915 am Narew, Lyriker und Herausgeber. 1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. In Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer) In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. Kurt Erich Meurer widmete ihm und Paul Zech seinen 1913 erschienenen Gedichtband Jeder Tag hißt Fahnen. Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag „fiel“ er 1915 an der Ostfront.

Dienstag, 25. Juli 2023

Hans Ehrenbaum-Degele: Wie ein Wald. . . / Du bist mein Lied. . .

 



Wie ein Wald, der sich ins Dämmern webt,
war ich zwischen Tag und Traum gefangen
und vom Silbernebel matt belebt.
Immer aber trieb mich ein Verlangen
und ein Durst nach Licht und Kostbarkeit.
Auf der Straße Sehnsucht bin ich weit
von Gespiel und Heimat fortgegangen.

Bannte mich ein Wunder in die Welt:
Sonne küsste alle meine Stunden,
Rosen wurden alle meine Wunden
und dem Flüsterspiel des Winds gesellt.
Will sich Abend auf die Weite senken,
wird mein Herz ein süßes Blütenfeld,
allen Sternen Träumerei zu schenken.


* * *

Du bist mein Lied. Ich wehe,
Flüsterwind im Wald.
Wohin ich immer gehe,
ich fühle deine Nähe
und bin ein Stammeln, durch die Welt gelallt.

Ich kann es nicht aussagen,
wie du bist.
Mein rosenrotes Zagen
wird selig hingetragen
zu einem Meer, in dessen Schoß,
gebenedeit und grenzenlos,
mein Leben sich vergisst.

Aus: Kreuzfahrt Gedichte, Verse von Hans Ehrenbaum-Degele, Kreuzfahrt - einem kleinen Tischlermädchen, Kugel-Verlag, Hamburg, o. J.

Hans Ehrenbaum-Degele, geboren am 24. Juli 1889 in Berlin; gestorben am 28. Juli 1915 am Narew, Lyriker und Herausgeber. 1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. In Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer) In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. Kurt Erich Meurer widmete ihm und Paul Zech seinen 1913 erschienenen Gedichtband Jeder Tag hißt Fahnen. Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag „fiel“ er 1915 an der Ostfront.

Das Bild ist von Edward Reginald Frampton (1870 - 1923)

Freitag, 26. Mai 2023

Hans Ehrenbaum-Degele: Gedicht


 
Gedicht

Willst du meinen Kreis betreten,
Musst du in die Tiefen lauschen,
Wo, umdämmert von Gebeten,
Meine roten Ströme rauschen,
In die Fernen musst du schauen,
Wolken deine Träume schenken;
Himmel müssen aus dir blauen,
Sonnen sich an deinem Licht
Golden tränken.

Hans Ehrenbaum-Degele, aus: Der Sturm 1912 / 13

Hans Ehrenbaum-Degele, geboren am 24. Juli 1889 in Berlin; gestorben am 28. Juli 1915 am Narew, Lyriker und Herausgeber. 1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. In Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer) In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. Kurt Erich Meurer widmete ihm und Paul Zech seinen 1913 erschienenen Gedichtband Jeder Tag hißt Fahnen. Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag „fiel“ er 1915 an der Ostfront.

Das Bild ist von der 2017 verstorbenen Fredelsloher Künstlerin Andrea Rausch, mit freundlicher Genehmigung der Hedi Kupfer Stiftung Fredelsloh als Nachlassverwalterin.

Freitag, 21. Januar 2022

Hans Ehrenbaum-Degele: Das Abendlied. . .



 

Hans Ehrenbaum-Degele (1889 – 1915) Aus: Kreuzfahrt. Verse. (Hamburg, Kugel-Verlag 1913) Das Bild ist von Henryk Szczygliéski (1881  -  1944)

Dienstag, 18. Januar 2022

Hans Ehrenbaum-Degele, Else Lasker-Schüler: Des Meeres blaue Blüte. . .


 

Hans Ehrenbaum-Degele (1889 – 1915), aus: Kreuzfahrt. Verse. (Hamburg, Kugel-Verlag 1913)

 

1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. in Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer), die ihn zu einem wichtigen Vertreter des deutschen Frühexpressionismus werden ließen. In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. 

Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag fiel Hans Ehrenbaum-Degele 1915 an der Ostfront. Nach seinem Tod veröffentlichte Else Lasker-Schüler, in deren Texten er als Tristan besungen wird, das Gedicht Hans Ehrenbaum-Degele. 1917 erschien eine Gedichtsammlung von ihm mit einem Vorwort von Paul Zech im Insel Verlag.

 


Else Lasker-Schüler, aus:  Die weißen Blätter, Jahrgang 2, Heft 10, 1915; das Bild ist von George Lacombe (1868  -  1916)