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Montag, 25. September 2023

Alfred Lichtenstein: Fern

 



Fern

Ich möchte in Nacht mich bergen,
Nackt und scheu,
Und um die Glieder Dunkelheit decken
Und warmen Glanz. . .
Ich möchte weit hinter die Hügel der Erde wandern -
Tief hinter die gleitenden Meere,
Vorbei den singenden Winden. . .
Dort treff ich die stillen Sterne,
Die tragen den Raum durch die Zeit
Und wohnen am Tod des Seins,
Und zwischen ihnen sind graue,
Einsame Dinge. . .
Welke Bewegung vielleicht
Von Welten, die lange verwesten -
Verlorener Laut -
Wer will das wissen. . .
Mein blinder Traum wacht fern den Wünschen der Erde.

Alfred Lichtenstein, aus: Gesammelte Gedichte. Zürich 1962

Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf b. Berlin; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich),ein Dichter, den auch leider viel zu früh Krieg und Tod holte.

Das Bild ist von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875 - 1911)

Dienstag, 24. Januar 2023

Alfred Lichtenstein: Der Gerührte

 


Der Gerührte

Ich habe gern verlassen
den lauten Tod der Stadt,
der tausend Fratzen hat,
die gelbe Nacht der Gassen.

Ich schreite in den weiten,
silbrigen Himmel ein;
die frommen Glieder gleiten
tief in das sanfte Sein.

Ich bin im weißen Leuchten
von Wolke, Wiese, Wind.
Bin Baum, bin Dorf, bin Kind
Wie sich die Augen feuchten —

Bald wird am Silberende
der grüne Abend stehn …
Ich hebe sel’ge Hände —
Will ihm entgegengehn —

Alfred Lichtenstein (1889 - 1914), unter dem Pseudonym Kuno Kohn veröffentlicht in Die Aktion, 3. Jg. (1913), Heft 3 (15. Januar 1913)

Das Bild ist von Tivadar Kosztka Csontváry (1853 - 1919) 

Franz Luft: Revolutionsball der Aktion / Alfred Lichtenstein: Nach dem Ball

 


Am 20. Februar 1911 erschien die erste Nummer der Aktion mit dem Untertitel „Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur“:

Revolutionsball der Aktion

I.

Blutrot inmitten ragt die Guillotine
und wirft ihr Rotsein strahlenförmig aus
wie eine Palme schattige Baldachine,
und alle Lichter färbt sie rot im Haus.

Rot spiegelt sie die Jakobinermützen,
die Mäntel der Banditen, das Gewirr
nackender Glieder, die wie Schlangen blitzen,
der Schultern und der Brüste Perlgeflirr.

Rot springt ihr Blutgesang, die Marsaillaise,
unter das Volk, sie tanzen Mann und Weib
verschlungen ineinander heiss und böse,
sich stossend wild mit ihrem Unterleib.

II.

Wie munter treibe ich im bunten Meer.
Bin ich der Tintenfisch? ich weiss es nicht. -
Dies violette Wesen blickt so sehr.
Ganz nackt ist jener Jüdin Angesicht,

sie hebt ein Bein, das schimmert im Trikot,
viel irdischer als die Natur es schuf.
Dort steuert einer irr und qualenfroh,
das ist gewiss ein Dichter von Beruf.

Jünglinge schleudern Augen schleierlos
und schwarz wie Sammet brüsk von Weib zu Weib,
siegreiche Mädchen, bis zur Hüfte bloss
üben den wundervollen Schlangenleib.

III.

Inzwischen steht an eine Wand gelehnt
ein würdiger Gast, dem jedes Barthaar fehlt,
die Augen, an des Geistes Werk gewöhnt,
blicken aus schwarzer Brille tief beseelt.

Als dächte er, des Wissens dürren Sand
färbt doch die Liebe nur mit Blüten bunt,
so hebt er langsam eine Mädchenhand
und führt sie stumm andächtig an den Mund.

Und wie er leicht hineinbiss, war es mir,
als wenn er einem seltnen Vogel glich,
und eine innre Stimme wuchs in mir
und rief: Das ist der Intellekterich!

IV.

Ach, wie berauschend wird das Farbenspiel.
Die grüne Nacht der Seiden, dunkelrot
von Sternen überfunkelt, im Gefühl
von süssem Schweben zwischen Tag und Tod

Und Prächte östlicher Kulturen glühn
dazwischen auf, kostbar gewirktes Gold,
versunk´nes Violett und fremdes Grün,
das ist in Arabesken aufgerollt.

O, wie das schwimmt in einem Meer von Licht
und Worten - manchmal springt ein Laut heraus,
just hör´ ich eine Stimme, welche spricht:
Ich geh doch heute nicht mit Dir nach Haus!

V.

Ist das der letzte Tanz? Zwischen den Paaren
kann man schon viel vom glatten Boden sehn,
sie stürmen drüber hin wie Janitscharen,
es ist ein grosses Stampfen und Gedröhn.

Blutrot inmitten ragt die Guillotine
und wirft ihr Rotsein strahlenförmig aus.
Auf ihrem Treppenbau sitzt Messaline
vom Tanzen müde und sie ruht sich aus.

Ihr Kopf liegt weit zurück, die Augen blicken
unter den Lidern unbeweglich fort.
Der Leib schwingt leise und die Lippen zücken
Erkenntnisse, die schildert nie ein Wort.

Franz Luft, aus: Die Aktion, Heft Nr. 8 1913

Nach dem Ball

Die Nacht kriecht in die Keller muffig matt.
Glanzkleider torkeln durch der Strassen Schutt.
Gesichter sind verschimmelt und kaputt.
Kühl brennt der blaue Morgen auf die Stadt.

Wie bald Musik und Tanz und Gier zerrann. . .
Es riecht nach Sonne. Und der Tag beginnt
Mit Schienenwagen, Pferden, Schrei und Wind.
Ein Mann streicht einen Herrenrumpf grau an.

Alltag und Arbeit staubt die Menschen ein.
Familien fressen stumm ihr Mittagsmahl.
Durch einen Schädel schwingt noch oft ein Saal,
Viel dumpfe Sehnsucht und ein Seidenbein.

Alfred Lichtenstein, aus: Die Aktion, Heft Nr. 8 1913 (direkt unter obigen Gedicht)

Die Aktion war eine von Franz Pfemfert von 1911 bis 1932 herausgegebene literarische und politische Zeitschrift, die dem Expressionismus zum Durchbruch verhalf und für eine undogmatische linke Politik stand. Anfangs erschien Die Aktion wöchentlich, ab 1919 vierzehntäglich, ab 1926 nur noch unregelmäßig. Durch den Kontakt zu Hiller und dessen Freunden im Neuen Club, die unter der Bezeichnung Neopathetisches Cabaret Leseabende mit expressionistischen Künstlern organisierten, wurde Die Aktion rasch zum führenden Organ der neuen Richtung.

Ab 1913 erschienen mehrere Sonderhefte, die nur Lyrik enthielten. Ab 1914 nahm der Anteil der grafischen Arbeiten zu, wobei besonders ausdrucksstarke Holzschnitte das Erscheinungsbild der Zeitschrift prägten. In der ersten Nummer umriss Franz Pfemfert das Ziel der Aktion wie folgt:

„Die Aktion tritt, ohne sich auf den Boden einer bestimmten politischen Partei zu stellen, für die Idee der Großen Deutschen Linken ein. Die Aktion will den imposanten Gedanken einer ‚Organisierung der Intelligenz‘ fördern und dem lange verpönten Wort ‚Kulturkampf‘ […] wieder zu seinem alten Glanze verhelfen. In den Dingen der Kunst und Literatur sucht Die Aktion ein Gegengewicht zu bilden zu der traurigen Gewohnheit der pseudoliberalen Presse, neuere Regungen lediglich vom Geschäftsstandpunkt aus zu bewerten, also sie totzuschweigen.“

Bereits 1914, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde die Zeitschrift erstmals beschlagnahmt. Mit Ausbruch des Krieges im August 1914 verschärfte sich die Situation noch, da jetzt eine schärfere Zensur galt. Pfemfert beschloss deshalb, ab sofort nur noch literarische Texte zu veröffentlichen, um so ein vollständiges Verbot des Heftes zu vermeiden. Erstaunlicherweise gelang dies, und das obwohl Pfempfert in Rubriken wie Ich schneide die Zeit aus hetzerische Artikel aus anderen Zeitungen geschickt montierte, und in einer Briefkastenrubrik Künstler und Intellektuelle, die den Krieg unterstützten, scharf angriff. Auch die literarischen Veröffentlichungen setzte er geschickt im Sinne des Antimilitarismus ein, indem er zum Beispiel Gedichte von der Front veröffentlichte, . . . Neben wirtschaftlichen und politischen Gründen hat wohl auch Franz Pfemferts sich ab Ende der 1920er Jahre verschlechternder Gesundheitszustand dazu geführt, dass Die Aktion schließlich einging. !933 ging Franz Pfempfert ins Exil, er starb am 26. Mai 1954 in Mexiko. (Wiki) 

Montag, 23. Januar 2023

Alfred Lichenstein: Die fünf Marienlieder des Kuno Kohn

 




Die fünf Marienlieder des Kuno Kohn


Erstes Lied:

So viele Jahre sucht ich dich, Maria -
In Gärten, Stuben, Städten und Gebirgen,
in Buden, Dirnen, in Theaterschulen,
in Krankenbetten und in Irrenzimmern,
in Küchenmädchen, Schreien, Frühlingsfeiern,
in allen Wettern und in allen Tagen,
in Kaffeehäusern, Müttern, Tänzerinnen -
Ich fand dich nicht in Kneipen, Kinobildern,
Musiklokalen, Sommerdampferfahrten. .
Wer sagt die Qual, wenn ich in Nacht auf Straßen
nach dir zum toten Himmel schrie -

Nächstes Lied:

Der dich so sucht, Maria, wird ganz grau.
Der dich so sucht, verliert Gesicht und Bein.
Zerfällt im Herzen. Blut und Traum entweicht.
Käm ich zur Ruh. . Wär ich in deiner Hand. .
O, nähmst du mich in deine Augen auf. .

Hohes Lied:

Maria du - daran zu denken, wie
ich dich empfand. . Der schwere Kopf versinkt -
Meer nur und Mond - Meermond und Wind und Welt -

Um deine weiße Haut der weiße Sand, Maria -
Dein Haar. . Dein Lächeln. . Rings ist Meer und Not
und Ruf und Sehnsucht und ein sanftes Glück -

All dieses Singen, das so müde macht. .
Kommt nicht der Himmel wie ein Mutterlied
zur Stirn des Kindes hin und hin zu uns -

Trauriges Lied:

Jetzt geh ich wieder zwischen Tagen, Tieren.
Gestein und tausend Augen und Getön -
der Fremdeste. Ich musste dich verlieren. .
Dein Hurenleib, Maria, war so schön -

Jetzt such ich wieder zwischen Tagen, Tieren,
Gestein und Lärm vergeblich deine Spur.
Jetzt weiß ich auch: ich mußte dich verlieren. .
ich fand nicht dich - dein Name war es nur -

Letztes Lied

Komm nur, mein Regen. . fall mir ins Gesicht -
Gelbe Laternen. . werft die Häuser um -
Heile und glatte Wege will ich nicht.

So ist es schön. . nur im Laternenschein. .
Maria. . dunkler Regen ringsherum -
So geht´s sich gut. Ich möchte bei dir sein.

Was sind mir Berge und das flache Land -
Was Städte mir und bunter Nacht Hypnose -
Zurück zum Meer. . Zurück zum Sternenstrand.

Du bist nicht ganz Maria, die ich suchte.
Doch bist auch du Maria - Grenzenlose. .
Geliebte. . Törin. . sehnsüchtig Verfluchte. .


Alfred Lichtenstein, aus: Die Aktion, 4. Oktober 1913
(* 23. August 1889 in Wilmersdorf b. Berlin; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich), Dichter, den auch leider viel zu früh Krieg und Tod holte.

Das Foto ist von mir, aufgenommen im Waldviertel in Österreich.




Mittwoch, 19. Oktober 2022

Messe für die Dichter - Inspiriert von Yvan Golls Requiem für die Gefallenen Europas

           

Messe für die Dichter (Inspiriert vom Requiem für die Gefallenen Europas von Yvan Goll. 1917)

Sie wurden erschossen, begingen Selbstmord oder starben an Seuchen: Rund 600 Künstler aus ganz Europa kamen im Ersten Weltkrieg um. 

Der erste Weltkrieg lockte zahlreiche Freiwillige an die Front, vor allem Städter und Vertreter gebildeter oder höherer Gesellschaftsschichten.

Gerade die Bewegung des Expressionismus ist dafür bekannt, dass einige Dichter aus diesem Grund das expressionistische Jahrzehnt nicht überlebten.

Alfred Lichtenstein (*1889) war bereits 1913 einjährig Freiwilliger und somit von Anfang an am Weltkrieg beteiligt und starb 1914. Der Hauptmann August Stramm (*1874) hätte die Möglichkeit gehabt, von der Front wieder zurückzukehren, fühlte sich aber seinen Kameraden gegenüber verpflichtet und starb 1915 als Bataillonskommandeur. Auch Ernst Wilhelm Lotz (*1890) war bereits vor dem Weltkrieg Offizier. Er starb 1914 mit eisernem Kreuz im Schützengraben. Georg Trakl (*1887) wurde als Militärapotheker einberufen, erlitt einen Nervenzusammenbruch und beging 1914 Selbstmord. Ernst Stadler (*1883) wurde als Reserveoffizier 1914 von einer Granate getötet. Während die bislang Genannten vor allem als Lyriker berühmt sind, steht Reinhard Sorge (*1892) in der führenden Reihe der Dramatiker des Expressionismus. Seine freiwillige Meldung wurde zunächst nicht angenommen, später dann doch, er starb 1916 auf dem Verbandsplatz.

Aus derselben Generation entstammte Gustav Sack (*1885), den man nicht unbedingt dem Expressionismus zurechnet. Er verweigerte zuerst den Kriegsdienst, wurde aber dann doch eingezogen, um 1916 als Leutnant der Reserve zu fallen. Auch mehr oder weniger dem Expressionismus nahe war Heinrich Lautensack (*1889), der 1917 vom Kriegsdienst entlassen wurde und 1919 in geistiger Umnachtung in einer Nervenheilanstalt starb. Walter Flex (*1887) dokumentierte seine Kriegsbegeisterung in dem einstmals vielgelesenen Roman Der Wanderer zwischen beiden Welten, in dem er seine Zeit mit der Bibel an der Front besingt. Er wurde zwar 1917 von dort abberufen, um an einer Publikation mitzuarbeiten, wünschte aber, in den Kampf zurückzukehren und starb 1917 im Lazarett. Franz Janowitz (*1892) begann auch als einjährig Freiwilliger, um 1917 im Spital sein Ende zu finden.

 Hans Leybold, Johann Peter Baum, Hans Ehrenbaum-Degele, Gerrit Engelke, Walter Ferl, Wilhelm Runge sind weitere Namen, stellvertretend für viele, aus vielen Nationen. Die Auswahl ist sehr subjektiv, ich möchte damit meinem Gedenken an diese Dichter Raum geben. Es ist auch eine Mahnung: Krieg war noch nie eine Lösung.

Musik: Jean Roger-Ducasse - 6 Préludes No. 1. Très nonchalant / Prelude II for Piano

 Hart stoßen sich die Wände in den Straßen ...

Hart stoßen sich die Wände in den Straßen,
Vom Licht gezerrt, das auf das Pflaster keucht,
Und Kaffeehäuser schweben im Geleucht
Der Scheiben, hoch gefüllt mit wiehernden Grimassen.

Wir sind nach Süden krank, nach Fernen, Wind,
Nach Wäldern, fremd von ungekühlten Lüsten,
Und Wüstengürteln, die voll Sommer sind,
Nach weißen Meeren, brodelnd an besonnte Küsten.

Wir sind nach Frauen krank, nach Fleisch und Poren,
Es müssten Pantherinnen sein, gefährlich zart,
In einem wild gekochten Fieberland geboren.
Wir sind versehnt nach Reizen unbekannter Art.

Wir sind nach Dingen krank, die wir nicht kennen.
Wir sind sehr jung. Und fiebern noch nach Welt.
Wir leuchten leise. – Doch wir könnten brennen.
Wir suchen immer Wind, der uns zu Flammen schwellt.

Aus: Ernst Wilhelm Lotz, Wolkenüberflaggt, Gedichte, in der Reihe Der jüngste Tag, Band 36, Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1917

Ernst Wilhelm Lotz wurde geboren am 6. Februar 1890 in Culm an der Weichsel, Westpreußen; er „fiel“ als Kriegsfreiwilliger am 26. September 1914 bei Bouconville, Frankreich. Er war Lyriker und Übersetzer, unter anderem übersetzte er Gedichte von Arthur Rimbaud und Paul Verlaine.

Musik: Gustav Holst - Ode to Death 1919 verarbeitete Holst seine Einsicht in die Sinnlosigkeit des Krieges in der Ode to Death in Gedenken an Musikerkollegen und Freunde wie den jungen Komponisten Cecil Coles, die auf dem Schlachtfeld umgekommen waren. Er wurde geboren am  21. September 1874 in Cheltenham; gestorben am  25. Mai 1934 in London

In deinem Zimmer

In deinem Zimmer fand ich meine Stätte.
In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin.
Ich liege tagelang in deinem Bette
Und schmiege meinen Körper an dich hin.

Ich fühle Tage wechseln und Kalender
Am Laken, das uns frisch bereitet liegt.
Ich staune manchmal still am Bettgeländer,
Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt.

Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten
Ein Ton zu unserm Federwolkenraum,
Den schlingen wir verschlafen in die bunten
Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.

Ernst Wilhelm Lotz

Abschied (II)

Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht.
Still, Kameraden, stört mich nicht.

Wir ziehn zum Krieg. Der Tod ist unser Kitt.
O, heulte mir doch die Geliebte nit.

Was liegt an mir. Ich gehe gerne ein.
Die Mutter weint. Man muß aus Eisen sein.

Die Sonne fällt zum Horizont hinab.
Bald wirft man mich ins milde Massengrab.

Am Himmel brennt das brave Abendrot.
Vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot.

„Der einzige Trost ist: traurig sein. Wenn die Traurigkeit in Verzweiflung ausartet, soll man grotesk werden. Man soll spaßeshalber weiter leben. Soll versuchen, in der Erkenntnis, dass das Dasein aus lauter brutalen, hundsgemeinen Scherzen besteht, Erhebung zu finden.“

Alfred Lichtenstein

Alfred Lichtenstein, geboren am 23. August 1889 in Wilmersdorf bei Berlin; „gefallen“ am 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich), ein Dichter, den auch leider viel zu früh Krieg und Tod holte.

Grodek (1914)

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldenen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düster hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.

Doch Stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.

Unter goldenem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.

O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
Die heiße Flamme der Geistes
nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungeborenen Enkel.

Am 3. November 1914 starb der Dichter Georg Trakl. Trakl wurde als Militärapotheker einberufen und begab sich angesichts der Gräuel, welcher er an der Front teilhaftig wurde, in den Freitod. Sein Gedicht „Grodek“ entstand wenige Tage vor seinem Tod. Grodek ist wohl Trakls letztes Gedicht und wurde kurz nach seinem Tod in der Zeitschrift Der Brenner veröffentlicht

Musik: White Noise, The Visitation, LP An Electric Storm 1969

Claude Debussy -  Noël des enfants qui n'ont plus de maison 

Weihnachten für Kinder, die kein Zuhause mehr haben, ein Weihnachtslied , für Gesang und Klavier, komponiert im Dezember 1915 von Claude Debussy, Autor des Textes und der Melodie , und im folgenden Jahr in Paris von Auguste Durand veröffentlicht . Das mitten im  ersten Weltkrieg entstandene Lied ist eine Verurteilung der Besetzung Frankreichs durch Deutschland. Dieses Stück ist das letzte Lied, das er komponieren wird.

„Nous n’avons plus de maisons !
Les ennemis ont tout pris, tout pris, tout pris,
Jusqu’à notre petit lits!
Ils ont brûlé l’école et notre maître aussi,
Ils ont brûlé l’église et monsieur Jésus-Christ,
Et le vieux pauvre qui n’a pas pu s’en aller!
Nous n’avons plus de maisons!
Les ennemis ont tout pris, tout pris, tout pris,
Jusqu’à notre petit lit. »

Sehnsucht

 

Fieber rauscht in meinen Adern,

Glut stürzt Bergstrom zwischen Felsenstein

Nach Deinen Augen tasten meine Hände

Auf Deinen Mund glüht Sonne heiße Spiele

Ich lechze sehr nach Deiner Lippen Tau,

nach schwarzem Glanz aus Deinen fragen Augen,

dem Duft vom Haar und Deiner weißen Hand

Im Wogen Deiner Brüste bin ich süß

 

Stumm wird mir Mund

Die Hand verkrampft

Starr wird mir Blick

Bald

Würgt mich die Schlacht

 

Kurt Striepe

Musik: Der Komponist Heinz Winbeck legte Trakls Gedicht Grodek seiner 3. Sinfonie Grodek (1987/88) zugrunde. Das rund 60-minütige Werk, 1988 uraufgeführt, ist für Altstimme, Sprecher und großes Orchester geschrieben I. Presto isterico, Christel Borchers Orchestra: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Leitung: Mathias Husmann.

Nun liegt er hingebreitet auf der grünen Erde. Ich streichle Deine blonden Haare. Du junger, junger Mensch, der Du zu Gott Dich aufrankst. Du Gläubiger in Kunst. Schon blühte sie aus Deiner Brust. Weich leg ich meine Hand auf Deine Knabenstirn. Im Himmel aller Kunst wird Deine zarte Blume leuchten. Im Kinderland der Gläubigen wird man sie lieben. Und wenn Du fielst, noch steh ich. Neben Dir. Ein Stern zerspringt. Ich leuchte seinem Glanze.

 

Herwarth Walden: Aus seinem Nachruf auf Kurt Striepe, Der Sturm, 15. Mai 1918

„Ich hatte viel Vertrauen gehabt in das Höhere und das Geistige des Menschen. Da stand ich auf einmal vor der rauhen Wirklichkeit. Nicht Kunst, nicht Liebe, nicht Weisheit, sondern Granaten, Granaten, Granaten.“

Theo van Doesburg, November 1914, Niederländischer Maler (1883  -  1931) Sein Werk wurde von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ gebrandmarkt.

Loretto

Einen Tag lang in Stille untergehen!
Einen Tag lang den Kopf in Blumen kühlen
und die Hände fallen lassen
und träumen: diesen schwarzsamtnen, singenden Traum:
Einen Tag lang nicht töten.

Edlef Köppen  (1893-1939)

Edlef Köppen wurde mehrfach verwundet, unter anderem erlitt er Verätzungen durch Giftgas und eine Lungenquetschung infolge einer Verschüttung, die ihn lebenslang gesundheitlich beeinträchtigte. Im Verlauf des Krieges entwickelte Köppen sich zum überzeugten Pazifisten und weigerte sich schließlich im September 1918 weiterzukämpfen, was seine zwangsweise Internierung in einer psychiatrischen Klinik in Mainz zur Folge hatte.

Musik: „Vor dem Einschlafen“, Rudi Stephan, aus Sieben Lieder für Singstimme und Klavier (1913 / 14) Hinrich Alpers · Rudi Stephan · Tehila Nini Goldstein

Rudolf Stephan, geboren am 29. Juli 1887 in Worms; „gefallen“ am 29. September 1915 bei Tarnopol, Galizien, Österreich-Ungarn), Komponist.

Dem Andenken eines gefallenen Tondichters

Wir hatten musiziert und schwiegen jetzt
Und starrten vor uns hin und lauschten leise
Dem Nachklang der von dir erdachten Weise,
Als hättest du dich still zu uns gesetzt:

Nicht als ein Toter, blutend und zerfetzt,
Nein, wie du warst in unserm Freundeskreise,
Verliebt, verträumt, wie einer auf der Reise,
Den alles wundert und den nichts verletzt.

Wir sahen deine braunen Augen wieder,
Die für das Große dieser Welt gefunkelt,
Und dachten, welch ein Schicksal sie verdunkelt:
Wildfremder Hass riss dich zur Grube nieder.

Wenn er dich je gekannt, der dich erschossen,
Er hätte dich wie wir ins Herz geschlossen.

Herbert Eulenberg, geboren am 25. Januar 1876 in Mülheim am Rhein; gestorben am  4. September 1949 in Düsseldorf-Kaiserswerth), Schriftsteller und kämpferischer Humanist. Dem Anpassungsdruck während der Zeit des Nationalsozialismus widersetzte er sich erfolgreich.

Weltbürgers Wanderlied

Ich habe einen Freund!
Ich habe meinen Freund überall in der Welt!
Ueberall tanzende Schwestern,
Blankstirnene Brüder,
Mit glühendem Salut!

Von Grönland bis Kap Hoorn
Weiss ich meine Familie,
Und das ist ihr Zeichen:
Schlag' ich nur mit einem Worte an,
Rauscht aus rotem Mund
Sprudelnder Geist
Wie göttlicher Quell
Aus Mosis Felsen.

Sag' ich aber ein Wort der Liebe,
Da wölbt sich in lachenden Augen
Ein Doppelhimmel
Und leuchtet mich an!

Wiege und Sarg,
Kleinlicher Nachbarn
Hölzerne Heiligtümer -
Auf dem Ozean, hafenlos,
Erdenlos, himmelfremd,
Lass ich sie schwimmen!
Und doch weiss ich:
Keine Gemeinde
Gönnte mir Irrendem
Sechs Fuss Erde
Zu meiner Gruft!

Aber ich segle mit Purpurwolken
Da und dorten.
Ueberall sind Menschen,
Die meiner warten:
Eine Frau, deren Herz aufstöhnt,
Ein Chef, der meine Arbeit braucht,
Ein Kranker, den ich rette -
Ich bin ein Mensch!
Ein guter, ein schlechter,
Wie man es wolle -
Was sollt' ich nicht aller
Menschen der Welt,
Guter und Schlechter,
Bruder mich heissen?

Iwan Goll, aus: Requiem für die Gefallenen von Europa, Kommissionsverlag von Rascher & Cie, Zürich – Leipzig 1917

Yvan Goll (auch Iwan oder Ivan Goll, eigentlich Isaac Lang; geboren am 29. März 1891 in Saint-Dié, Frankreich; gestorben am  27. Februar 1950 bei Paris) war ein deutsch-französischer Dichter und der Ehemann der deutsch-französischen Schriftstellerin und Journalistin Claire Goll. Als Pazifist vor dem Wehrdienst fliehend, emigrierte er zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 in die Schweiz, wo er in Zürich, Lausanne und Ascona lebte.

Musik: Aleksander Wertyński singt Sergei Yesenin - Pismo k'damie (Letter to a Lady), 1929

Da svidanya drug moj, da svidanya... (Goodbye, my friend, goodbye My love, you are in my heart. It was preordained we should part And be reunited by and by. Goodbye: no handshake to endure. Let's have no sadness — furrowed brow. There's nothing new in dying now Though living is no newer....) -Sergei Aleksandrovich Yesenin.

I Have a Rendezvous with Death von Alan Seeger, gesprochen von Pete Seger

I have a rendezvous with Death
At some disputed barricade,
When Spring comes back with rustling shade
And apple-blossoms fill the air—
I have a rendezvous with Death
When Spring brings back blue days and fair.

It may be he shall take my hand
And lead me into his dark land
And close my eyes and quench my breath—
It may be I shall pass him still.
I have a rendezvous with Death
On some scarred slope of battered hill,
When Spring comes round again this year
And the first meadow-flowers appear.

God knows ’twere better to be deep
Pillowed in silk and scented down,
Where love throbs out in blissful sleep,
Pulse nigh to pulse, and breath to breath,
Where hushed awakenings are dear...
But I’ve a rendezvous with Death
At midnight in some flaming town,
When Spring trips north again this year,
And I to my pledged word am true,
I shall not fail that rendezvous.

Alan Seeger, geboren am 22. Juni 1888 in New York City, USA; “gefallen” am 4. Juli 1916 in Belloy-en-Santerre, Frankreich) war ein US-amerikanischer Dichter. Seegers Gedichte wurden 1917 posthum unter dem Titel Poems veröffentlicht, darunter sein bekanntestes Gedicht I Have a Rendezvous with Death.

Wildgänse rauschen durch die Nacht
Mit schrillem Schrei nach Norden –
Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!
Die Welt ist voller Morden.

Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
Graureisige Geschwader!
Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,
Weit wallt und wogt der Hader.

Rausch’ zu, fahr’ zu, du graues Heer!
Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
Fahrt ihr nach Süden übers Meer –
Was ist aus uns geworden!

Wir sind wie ihr ein graues Heer
Und fahr’n in Kaisers Namen,
Und fahr’n wir ohne Wiederkehr,
Rauscht uns im Herbst ein Amen!

Walter Flex, geboren am 6. Juli 1887 in Eisenach; „gefallen“ als begeisterter Kriegsfreiwilliger am  16. Oktober 1917 bei Pöide (Peude) auf der estnischen Insel Saaremaa (Ösel). Sein wohl bekanntestes Gedicht, vertont zu einem „Volkslied“ geworden, stammt aus seinem Roman „Wanderer zwischen den Welten“.

Zu den im Video verwendeten Bildern:

Es sind Gemälde zu sehen von: Augusto Giacometti, August Macke (Spielende Kinder im Grünen), Umberto Boccioni, Joseph Sattler, Andrea Rausch (Fredelsloh), Federico Armando Beltran, Hans Christiansen, Kuzma Petrov-Vodkin (Fantasia 1925), Odilon Redon (2x), Wenzel Hablik (Crystal Utopias), Isaac Grünewald (In the world of fantasy), Hans Christiansen, Erzsébet Korb, Edvard Munch (Liebespaar am Ufer), Harald Slott-Møller, Heinrich Vogeler (Abschied 1898), Hermann Stenner (Kreuztragung 1913), Alexandre Séon, Hans Baluschek (Krieg 1), (Krieg 2), Umberto Boccioni  (States of Mind Those Who Go 1911), Félix Valloton (Verdun), William Orpen – Zonnebeke, Umberto Boccioni  (The city rises by 1910), Franz Marc (Kämpfende Formen), Stanislaw Wyspiaski (Stas spiacy.1904), Ferdinand du Puigaudeau, John Bauer, Edvard Munch (Der Kuss 1921), Felix Vallotton (Les intimités le mensonge), Deckblatt von Der Sturm zum Tod von Kurt Striepe, Albin Egger-Lienz (Toter Soldat), Albin Egger-Lienz (Finale), (Albin Egger-Lienz Leichenfeld II), Christopher Richard Wynne Nevinson (Paths Of Glory 1917), Klemens Brosch (Schlummernder), Marianne von Werefkin (House with Lantern), Legh Mulhall Kilpin (Gate of the Infinite), Walter Gramatte (Der träumende Knabe - Ziganka), Foto Somme 1916, Foto Luretto 1915, William Orpen, 4 Fotos Loretto 1915, Caspar David Friedrich (Novembersonne) und ein weiteres Gemälde von ihm, Jan Mankes, Arthur Bowen Davies, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis, Károly Ferenczy (Orpheus 1894), Pekka Halonen, Hans Thoma (Mondscheingeiger), Eugeniusz Zak (Landscape with a palace 1916), Georges Lacombe (The ages of life 1892), Emile Friant (Gemeinschaft), Emile Friant  (Discussion Politique 1889), Ignaty Nivinsky, Wandbild in Bremen (Foto von mir), Heinrich Lefler, August Macke (Paradies,  Ausschnitt), Plakat in Bremen (Foto von mir)

Zu den Fotos:

Zu Beginn: Ernst Wilhelm Lotz, Alfred Lichtenstein, Georg Tralö, Edlef Köppen, Rudi Stephan, Yvan Goll

Zum Abschluss: Alan Seeger, August Macke mit seiner Frau Elisabeth, Ernst Stadler, Franz Janowitz, George Butterworth, Gerrit Engelke, Hans Leybold, Heinrich Lautensack, Hermann Stenner, Kurd Adler, Reinhard Sorge, Peter Baum, stellvertretend für so viele. . .

Alle Bilder und Fotos sind gemeinfrei mit Ausnahme des Bildes von der Fredelsloher Künstlerin Andrea Rausch, die 2016 verstarb. Die Nutzung erfolgt mit frendlicher Genehmigung der Hedi Kupfer Stiftung als Nachlassverwalterin.

Dingefinders LYRA:  LYRA  ist die Abkürzung für LYrikRAdio und bezieht sich auf die Audiospur. Die Bilder sind für YouTube dazu gekommen. Das Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke, weder der Blog (Dingeinders Lesebuch) noch der YouTube-Kanal sind monetarisiert. Die Reihe wird fortgesetzt.

 

Dienstag, 1. Februar 2022

Alfred Lichtenstein: Fern

 


Alfred Lichtenstein: Gesammelte Gedichte. Zürich 1962

Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf b. Berlin; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich),ein Dichter, den auch leider viel zu früh Krieg und Tod holte.

Das Bild ist von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875  -  1911)

 

Donnerstag, 24. September 2015

Alfred Lichtenstein - "Vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot"


Am 25. 9. 1914 starb der Dichter Alfred Lichtenstein an der Westfront. Einer der vielen Dichter der expressionistischen Generation, die in den Krieg zogen, teilweise freiwillig, wie Ernst Wilhelm Lotz, der einen Tag später als Alfred Lichtenstein „fiel“, teils widerwillig und voll Todesahnung, wie Lichtenstein. 


 
                        Abschied

Wohl war ganz schön, ein Jahr Soldat zu sein.
Doch schöner ist, sich wieder frei zu fühlen.
Es gab genug Verkommenheit und Pein
In diesen unbarmherzgen Menschenmühlen.

Sergeanten, Bretterwände, lebet wohl.
Lebt wohl, Kantinen, Marschkolonnenlieder.
Leichtherzig laß ich Stadt und Kapitol.
Der Kuno geht, der Kuno kommt nicht wieder.

Nun, Schicksal, treib mich, wohin dir gefällt.
Ich zerre nicht an meiner Zukunft Hüllen.
Ich hebe meine Augen in die Welt.
Ein Wind fängt an. Lokomotiven brüllen.

                      Abschied (II)

Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht.
Still, Kameraden, stört mich nicht.

Wir ziehn zum Krieg. Der Tod ist unser Kitt.
O, heulte mir doch die Geliebte nit.

Was liegt an mir. Ich gehe gerne ein.
Die Mutter weint. Man muß aus Eisen sein.

Die Sonne fällt zum Horizont hinab.
Bald wirft man mich ins milde Massengrab.

Am Himmel brennt das brave Abendrot.
Vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot.
 
„Der einzige Trost ist: traurig sein. Wenn die Traurigkeit in Verzweiflung ausartet, soll man grotesk werden. Man soll spaßeshalber weiter leben. Soll versuchen, in der Erkenntnis, dass das Dasein aus lauter brutalen, hundsgemeinen Scherzen besteht, Erhebung zu finden.“

Alfred Lichtenstein