Gedicht
Meiner rauhen Gebärde trotzige Gegenwart
Wurde längs des Meeres ein versonnener Gang.
Was mein Blut durchklirrte, kampfheiß und hart,
Ist nun zu seligen Inseln leiser Nachtgesang.
Mein verwildertes Haar lieben die Abendwinde.
Alle Gärten atmen mein erblühtes Geschick.
Wenn ich Rosenfülle reich um die Stirne winde,
Hab ich aller Sterne Glück und Geleucht im Blick.
Und die Wunder des Tags haben mich tief geweiht:
Mit verwunschenen Wolken in die Fernen getragen,
Schweb ich ohne Ziele über verträumte Zeit,
Schimmernd überschimmert von den goldenen Tagen,
Ohne Ziele über verträumte Zeit.
Hans Ehrenbaum-Degele, aus der Zeitschrift Der Sturm 1912 / 13
Hans Ehrenbaum-Degele, geboren am 24. Juli 1889 in Berlin; gestorben am 28. Juli 1915 am Narew, Lyriker und Herausgeber. 1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. In Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer) In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. Kurt Erich Meurer widmete ihm und Paul Zech seinen 1913 erschienenen Gedichtband Jeder Tag hißt Fahnen. Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag „fiel“ er 1915 an der Ostfront.
Das Bild ist von Hiasl Maier-Erding (1894 - 1933)
Meiner rauhen Gebärde trotzige Gegenwart
Wurde längs des Meeres ein versonnener Gang.
Was mein Blut durchklirrte, kampfheiß und hart,
Ist nun zu seligen Inseln leiser Nachtgesang.
Mein verwildertes Haar lieben die Abendwinde.
Alle Gärten atmen mein erblühtes Geschick.
Wenn ich Rosenfülle reich um die Stirne winde,
Hab ich aller Sterne Glück und Geleucht im Blick.
Und die Wunder des Tags haben mich tief geweiht:
Mit verwunschenen Wolken in die Fernen getragen,
Schweb ich ohne Ziele über verträumte Zeit,
Schimmernd überschimmert von den goldenen Tagen,
Ohne Ziele über verträumte Zeit.
Hans Ehrenbaum-Degele, aus der Zeitschrift Der Sturm 1912 / 13
Hans Ehrenbaum-Degele, geboren am 24. Juli 1889 in Berlin; gestorben am 28. Juli 1915 am Narew, Lyriker und Herausgeber. 1911 erschienen seine ersten Gedichte u. a. In Der Sturm (Hrsg. Herwarth Walden) und in Die Bücherei Maiandros (Hrsg. Alfred Richard Meyer) In den Jahren 1912 und 1913 trat er in Kurt Hillers Kabarett Gnu auf. Ab 1913 gab er zudem gemeinsam mit Robert Renato Schmidt, Ludwig Meidner und Paul Zech die Zeitschrift Das neue Pathos heraus. Kurt Erich Meurer widmete ihm und Paul Zech seinen 1913 erschienenen Gedichtband Jeder Tag hißt Fahnen. Vier Tage nach seinem 26. Geburtstag „fiel“ er 1915 an der Ostfront.
Das Bild ist von Hiasl Maier-Erding (1894 - 1933)

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